Und das könnt ihr auch hier tun. Oder ihr lest vorher schon meinen schmierigen Versuch, die Sendung Live on Tape mit zu bloggen.
Minute 0:
Es geht los. Applaus, Applaus.
Minute 2:30
Martin S. bestellt sich ein Bier und dazu ein Glas.
Götz A. findet das Bier aus dem Glas sowieso besser schmecken würde.
Christine W. wird als letztes gefragt, entscheidet sich dann aber zielsicher auch für ein Bier. Und ein Glas.
Minute 2:50
Christine W. findet es bemerkenswert, dass sie in ihrem gesamten „Sauleben“ noch nie Steak mit Reis gegessen hat. Martin S. ist das egal. Er zeigt sich ein wenig verwundert, passt das Stück Fleisch auf seinem Teller wohl nicht ganz zu seinem ursprünglich gewünschten „teuersten Stück Fleisch”, was in Köln aufzutreiben ist“. Statt Kobe-Beef gibt es Köln-Mief.
Minute 3:55
Mit vollem Mund spricht man nicht, da hat der Martin S. schon Recht.
Minute 4:08
Ironisch findet Martin S., wenn jemand sagt, er hätte die WM nach Deutschland geholt – die WM 2004. Hier leuchten sie hell auf, die ersten Signale der S.´schen Fähigkeit zur dialektischen Analyse und diese nutzt er sofort, um zu punkten. Anzumerken bleibt an dieser Stelle, dass Christine W. eingangs in der Anmoderation eben genau das behauptete: S. holte die WM 2004 nach Deutschland.
Die WM fand 2006 statt. Christine W. lag also falsch. Applaus, Applaus.
Minute 05:38
Götz A. erheischt sich mit billigstem Publikumslob („Wir haben einen unglaublichen hohen Bildungsstandard hier“) nordkoreanische Applauswellen. Applaus, Applaus.
Minute 05:38
Christine W. fragt: „Muss man intelligent sein, um Ironie zu verstehen, Herr S.?“ „Ich glaube nicht.“ Kunstpause. Lacher. Applaus, Applaus.
Minute 06:20
Christine W. fragt, wie man einen Abend zusammen mit Martin S. am besten über die Bühne bringt. Martin S. knapp am Blattschuss vorbei: „Essen und Mund halten.“ Christine W. hat verstanden.
Minute 09:51
Martin S.: „Das war lustig, Herr A.“ Publikum schweigt zunächst, wird dann zum Höflichkeitsapplaus für Götz A. genötigt. Es drehte sich dabei um folgenden Satz: „In Kabul herrschen afghanische Verhältnisse.“ Brüller. Wird es nicht langsam Zeit für ein bisschen Musik?
Minute 10:58
Ein Einspieler mit ehemaligen WG-Bewohnerinnen von Martin S.
Minute 11:58
Der Einspieler läuft immer noch.
Minute 13:09
Immer noch.
Minute 13:11
Vorbei.
Minute 14:13
Christine W. versucht Martin S. einen Fettfleck aus dem Gesicht wischen. Lässt es dann doch Martin S. selbst machen.
Minute 17:18
Assistentin Nina, WDR-intern vermutlich „der possierliche (<- Update 07.11.: Rechtschreibkorrektur - kam wohl schon zu ungewollten Interpretationen) Blaubonbon“ gerufen, leitet das Spiel „Galgenraten“. Bei jeder falschen Antwort wird dem Delinquenten ein Körperteil eingegipst.
Minute 19:29
Das Spiel läuft noch.
Minute 19:48
Götz A. löst das erste Wort. Applaus, Applaus.
Minute 19:45
Christine W. löst das zweite Wort. Applaus, Applaus.
Minute 21:25
Das Spiel läuft noch.
Minute 21:52
Das Spiel läuft immer noch.
Minute 22:30
Das Spiel ist vorbei. Applaus, Applaus.
Minute 23:08
Martin S. wischt Christine W. einen Fettfleck aus dem Gesicht.
Minute 24:48
Martin S. „ Eckart von Klaeden, das kommende Nichts seiner Partei.“
Minute 27:32
Dada: Das Zimmerfrei-Bilderrätsel.
Ein Sascha Lobo-Frisur-Double betritt mit einem Look-a-like von irgendjemand anderem die Bühne. Die Lösung ist: Ironie. Also auch ein Sascha Lobo-Witze-Double. Martin S. errät es bei Minute 31:18.
Minute 32:18
Christine W. zeigt Martin S. ein Zimmer. Applaus, Applaus. Es ist ein Wahllokal.
Minute 35:00
Martin S. ist Martin S. idealster Politiker. Christine W. versucht die redaktionelle Linie zu halten. Martin S. zeigt sich als Vollblutpolitiker. Christine W. zeigt sich verzweifelt, vermutet immer Witz, unterbricht jeden Humorlauf und ist arg unflexibel.
Minute 37:46
Götz A., der Multiinstrumentalist, zupft auf einer Ukulele die deutsche Nationalhymne.
Minute 38:45
Das Orchester der freiwilligen Feuerwehr aus Schöppingen marschiert ein.
Christine W. schweigt. Publikum: Applaus, Applaus.
Minute 40:16
Jetzt soll aus einzelnen Tönen der Feuerwehr eben diese, unsere, Nationalhymne nach gebaut werden.
Minute 41:41
Die Nationalhymne wird immer noch nachgebaut.
Minute 43:10
Immer noch.
Minute 43:43
Der Gong unterbricht mit glücklichen Händchen dieses Spiel.
Minute 45:02
Die Sendung dauert noch 14 Minuten, sagt der Player. Und würde ich nicht schon soviel geschrieben haben, würde ich jetzt abbrechen. Applaus, Applaus.
Minute 47:00
Ein Einspieler aus der Titanic-Redaktion. Knaller-Einstieg: „Sieht aus wie Frankfurt (Oder) ist aber Frankfurt (Main).“ Zeit für einen Pfirsich-Saft, den ich mir hole, ohne Pause auf dem Player zu drücken.
Minute 48:34
Wieder zurück mit Saft. Der Einspieler läuft noch. Publikum lacht im Off.
Minute 49:02
Toll. Nur noch 10 Minuten.
Minute 51:00
Martin S. würde gern einmal die Redaktion der ZEIT übernehmen und das Blatt in die Scheiße reiten.
Minute 51:25
Christine W. zeigt sich vom humoristischen Zahn der Zeit angenagt, versucht Martin S. bei der Stange zu halten, bzw. an das, was sie dafür hält.
Minute 52:10
Ein Puppentheater soll eine Wiener Mordgeschichte nachstellen. Wien deshalb, weil Martin S. dort einmal wohnhaft war.
Minute 52:50
Götz A.: „Mein Gott, Mozartkugeln!“
Minute 53:08
Christine W.: „Ach du scheiße.“ Und zeigt ein Schnitzel.
Minute 53:24
Martin S.: „Ein Dings!“ Und zeigt ein Riesenrad.
Minute 54:00
Der Player hakt.
Minute 54:24
Der Player gibt auf, just in dem Moment, als Götz A. eine Kronenzeitung hochhält. Der Player möchte von vorn beginnen. Ich möchte das nicht.
Deshalb das Ende jetzt hier, fünf Minuten vor dem eigentlichen Schluss, der aber nicht mehr erwarten lässt. Der WDR hätte gut daran getan, diese Folge einfach zu versenden, dann hätte sie nicht die Aufmerksamkeit erregt, die sie nicht verdient hat. Gerade im Vergleich zu wirklich guten „Zimmer frei“-Sendungen, zum Beispiel mit dem betrunkenen Benjamin von Stuckrad-Barre, der mit Essen um sich warf.
Hier sieht es so aus, als wenn Christine W. sich persönlich getroffen fühlte, weil ein Gast auf sie traf, den sie von Anfang an als Gegner sah. Martin S. wollte das aber vermutlich gar nicht sein. Er wollte einfach nur ein ordentliches Stück Fleisch.
Götz A.: “Hat Spaß gemacht heute!”
Applaus, Applaus.
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4 Comments
Hattest du Langeweile :)? Was für ein Gefühl war das jetzt, sowas zu bloggen? Pass auf, dass du nicht süchtig nach dem gleichzeitigen Bebloggen von TV-Sendungen, die du auch gerade schaust, wirst.
Grüße :)
.. und ich hatte es verpasst – mir scheint aber ich habe nix verpasst – kein leider also!
Bleiebn wir mit dem Partei-Buch Freund & freuen uns auf sonst gute ‘Zimmer Frei!’-Sendungen..
Mit besten Grüßen aus Köln
Lieber Mathias, na, ich hoffe, Du hast mit “pussierlich” nichts anzügliches gemeint… Beste Grüße aus Köln von Nina (Blaubonbon)
@Nina, daran habe ich nicht auch nur einen winzigen Bruchteil einer Sekunde gedacht. Liebe Grüße.