Ein Gespräch mit Deef Pirmasens über Helene Hegemann und einer Entschuldigung.

Heute Morgen habe ich ein Gespräch mit Deef Pirmasens geführt, der am Wochenende mit seinem Blogtext über die Ähnlichkeiten im Text der Helene Hegemann („Axolotl Roadkill“) zu Airens Stück („Strobo“) einen mittleren Sturm in den Feuilletons dieser Republik entfacht hat.

Darüber, über die Reaktionen und Verantwortungen der einzelnen Beteiligten, über die Bedeutung von Mash-Ups und Remixen und warum das Internet gerade nicht dafür verantwortlich ist, dass Urheber unkenntlich gemacht werden – darüber haben wir gesprochen und ihr könnt euch das hier anhören:

[podcast]http://mathiasrichelspodcast.podspot.de/files/Podcast_Deef_Pirmasens.mp3[/podcast]

Hier klicken zum Download (44,6 MB)

32 Antworten zu “Ein Gespräch mit Deef Pirmasens über Helene Hegemann und einer Entschuldigung.”

  1. Holger sagt:

    Wird Deef Pirmasens damit nicht zur Vorzeigeperson für Blogger, die leidenschaftlich dafür eintreten, dass ihre Posts wirklich die „Mainstream-Presse“ beeinflussen können? Schließlich gab er doch den Impuls für die Feuilletons im Print. Wo sind sie Heerscharen von Bloggern nun, um an dieser Stelle Applaus zugeben? Bin verwundert! Ständig wird sich an der Diskussion „Blogger vs. Journalisten“ aufgegeilt und wo sind deren Verfechter nun?
    Oder hab ich deren Applaus verpasst? Links bitte :)

  2. MC Winkel sagt:

    Supergeiler Podcast, sympathische Protagonisten. Zumindest die, die reden.

    (@matze: … es scheint Dir besser zu gehen, was mich freut. Ich hoffe, zur re:publica bist Du wieder bouncefähig. :))

  3. Mathias sagt:

    @MC Danke dir. Bouncen werde ich zur re:publica noch nicht, aber der coole Kopfnicker ist allemal drin. Aber es geht mir tatsächlich schon besser.

  4. Deef sagt:

    @Mathias: Du hast den Anruf mit der Interviewanfrage drin gelassen… sehr hübsch.

    @MCWinkel: Bouncen? We should meet at re:publica…

    @Holge: Ich bin und will keine Vorzeigeperson sein. Und der Blogger vs. Journalisten-Diskurs ist Bullshit. Viele Blogger sind doch eh Journalisten (wie ich) oder Werbe- oder Medienmenschen wie z.B. Mathias.

  5. Tinchen sagt:

    Endlich Wahrhaftigkeit. Endlich Intelligenz. Danke!

  6. Holger sagt:

    Klar is das Bullshit. Die Diskussion wurde trotzdem laufend geführt. Daher hatte ich erwartet dass das Groß der Blogger jetzt beginnt sich auf die Sache zu stürzen und dich als ihr Held zu feiern…

    gute Besserung!

  7. hoererin sagt:

    interessantes interview von klugen menschen! sowas vermisst man in der feuilletonwelt momenatn noch. danke.

  8. peter andresen sagt:

    am 11. februar sagt harald schmidt in seiner show, dass er die einleitungen zur wörtlichen rede in helene hegemanns buch so toll fände. und gerade die sind doch seit jahren durch wolf haas‘ wunderbare „brenner-krimis“ (hoffmann & campe verlag, hamburg) populär. für mich klingt das alles sehr nach selbsterfahrungsflucht eines eben gerade nicht frühentwickelten, sondern einer zu spät kommenden (rein gefühlsmäßig). ich bin kein psychologe und will das auch nicht aus dieser perspektive sehen müssen. charakteristisch offenbar ist bei helene hegemann jedoch die angst, etwas verpasst zu haben.
    und gleichzeitig gehen so wunderbar stille bücher wie alissa walsers „am anfang war die nacht musik“ das feuilletonistische rinnsal abwärts.
    gruß. p. a.

  9. dannyboy sagt:

    Der Interviewer ist ja furchtbar, sprachlich unter aller Kanone und gedanklich nicht gerade auf der Höhe, um es noch höflich zu sagen. Schade, der Deef klingt ja interessant…

  10. mirco sagt:

    Sehr gelungener Podcast. Ohne selbst zu bloggen, fände ich es sehr interessant, wenn diese Diskussion nun auch in Deutschland eine öffentliche Diskussion zwischen Bloggern und Printjournalisten losttreten würde, die ich in den USA schon eine ganze Weile verfolge.

    Alles Beste!

  11. Martin sagt:

    Hallo, ich fände es ganz erfrischend, wenn man ab und an Störgeräusche in so einen Podcast einbaut. Also z.B. eine Kreissäge oder ein Hämmern die völlig unmotiviert ertönen. Das Gespräch könnte dann solange auch pausieren (es kann natürlich auch weitergehen, es dürfte nur nichts wichtiges gesagt werden in der Zeit).
    Zum Thema: Wenn man so ein Buch schreibt, speist sich dies aus dem eigenen Erfahrungshorizont. Diese Erfahrungen können durch das eigene Leben oder auch durch konsumieren von Film/Musik/Literatur angeeignet worden sein. Es bleibt letzlich nicht aus, dass man ständig Bezug nimmt und Anleihen hat zu der selbst erlebten und konsumierten Kultur. Im besten Fall gelingt es einem Bucht etwas originär eigenes mitzugeben. Und in diesem Falle scheint es eben tatsächlich als sei dieses originäre Element einfach nur abgeschrieben worden zu sein. Das ist nicht redlich.

  12. helene sagt:

    Ich warte schon längst darauf, dass im Jahre 2012 ein wissenschaftlicher Aufsatz erscheint, der exakt (wortwörtlich identisch) schon um 1893 geschrieben wurde — aber der Autor von 2012 dies gar nicht bemerkt hat, weil er nicht mehr weiss, was schon alles publiziert worden ist.
    – Darum: nur der Google-Roboter wird dann im Jahre 2012 wissen, dass es fast nichts neues unter der Sonne gibt…
    – Zwar nimmt der Papierausstoss gigantisch zu (Publikationswut), aber leider erscheint ja keine neue wissenschaftliche Idee (nur immer neue Techniken: iPhone, iPad, Google Books, etc.)…

  13. tonycrouton sagt:

    Schöner, kluger Podcast. Hat mich gefreut euch zuzuhören.

  14. Kuno sagt:

    „Als “Fräulein Hegemann” wird sie immer wieder bezeichnet, und das zeigt noch einmal, wie brutal diese einfache Anrede sein kann. Bloß wegen eines von ihr inszenierten Theaterstücks und eines von ihr gedrehten Kinofilms müsse sie ja jetzt nicht glauben, sie könne sich alles erlauben, wo sie doch noch nicht mal wie ein Star aussieht. Egal, daß sie diesen pädagogischen und projektiven Bedürfnissen mit der Wahl des Titeltieres (siehe Bilder) schon kokett entgegengekommen ist. In den Augen der Rechtsbewußten hat sie eine Dummheit angestellt, die Erwachsene entweder romantisierend verklären oder streng bestraft sehen wollen – oder beides.“

    http://www.classless.org/2010/02/22/das-fraulein-bedient-sich/

  15. Um nicht überall zur Hegemann-Debatte beizutragen:

    „Ein Gespräch mit Deef Pirmasens über Helene Hegemann und einer Entschuldigung“

    Müsste das net „eine“ statt „einer“ heißen? :-)

    Sehr sehr lässiges Blog-Design übrigens!

    Nacht!

  16. equardo sagt:

    Hi Mathias…
    Zu diesem Thema: Als Fotograf würde mich mal interessieren von wo du all deine Bilder auf deinem Blog hast. Die Bildlegenden fehlen nämlich gänzlich.

  17. Mathias sagt:

    @equardo Die Bilder sind ausschließlich CC-Bilder von flickr, verlinkt zum jeweiligen Urheber, bzw. eigene Bilder.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *