Wie man ein Twitter-Promi wird und das zu Geld macht.

Conan O´Brian hatte mal eine Talkshow. Mit dieser zog er in die als „2009er Talkshow-Wars“ bekannt gewordene Aufmerksamkeitsschlacht. Nachdem die letzten Stellungsgefechte geschlagen waren, verließ er den Schauplatz zwar ohne Show, aber um ein paar mehr Millionen Dollar reicher. Seitdem ist Conan O´Brian arbeitslos.

Nachdem alle Hecken geschnitten, die Sudokus dieser Welt gelöst, alle Wiederholungen von „Bianca – Wege zum Glück“ geschaut und das Internet leergelesen war, entschied sich Conan O´Brian die Zeit der Jobsuche produktiv zu nutzen und begann zu twittern.

Das war im letzten Monat. Seit dem hat er 610.000 Follower durch sein Flötenspiel gesammelt, ohne auch nur einen Menschen selbst zu folgen. Bis vor fünf Tagen.

Mit diesem Tweet:

I’ve decided to follow someone at random. She likes peanut butter and gummy dinosaurs. Sarah Killen, your life is about to change.

änderte er seine Taktik.

Sarah “LovelyButton” Killen – mit bisher 99 abgesetzten Tweets selbst noch recht frisch bei Twitter – ist nun die einzige Person, der O´Brian folgt. Und mit ihm seit diesen fünf Tagen jetzt auch fast 20.000 andere Menschen.

Sarah Killen verkauft nichts, hat kein web2.0 Start-Up, saß bis dahin nicht in Talkshows oder auf Panels und hat eine normale Frisur. Doch die Medien lieben solche Geschichten und so tauchte Sarah Killen bei MTV auf, in der LA Times und im New York Magazin. Sie bekam einen iMac gesponsert und ein maßgeschneidertes Brautkleid für ihre Hochzeit versprochen. Das sind ihre 15 Minuten Ruhm.

Und was macht Sarah Killen mit dieser ganzen Aufmerksamkeit? Nun: Bevor Conan O´Brian auf Susan traf, hatte sie zusammen mit ihrer Mutter einen Fundraising-Seite für die Brustkrebsforschung eingerichtet. Nachdem sie den Link jetzt dahin twitterte, erhöhte sich das Spendenvolumen innerhalb von einem Tag auf fast 3000,- $.

Und nicht nur das: Das oben genannte Brautkleid hat sie nicht einfach so bekommen. Sie hat dafür einen zweiten Link abgesetzt, auf ein Fundraising-Projekt von Kelima K (dem Brautkleid-Label), das sich um Kinder in Not kümmert.

Conan O´Brian hat sich aus der Masse des Twitterstroms zufällig eine Person herausgefischt und augenscheinlich einen guten Fang gemacht. Niemanden, der den Eindruck macht, irgendwann mit schneeweißer Nase auf Seite Eins zu landen, sondern jemanden der diese Aufmerksamkeit zu Geld macht. Für Menschen, die es brauchen.

Find ich toll.

(nacherzählt von Salon.com)
Bild unter CC-Lizenz auf flickr.

10. März 2010 von Mathias
Kategorien: Netzfang | Schlagwörter: , , , | 4 Kommentare

Kommentare (4)

  1. Pingback: Und da war da noch… 2010-03-14 | h t t p : / / m a l i s o n . o r g

  2. ich denke mit ein wenig Provokanz kommt man immer weiter…man m,uss aus der Masse herausstechen…das gleich zu erzählen wie jeder andere bringt einfach nichts…

  3. wenn eins wichtig ist bei Twitter..dan Provokanz

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