Zum Politcamp: Sechs steile Thesen zum Onlinewahlkampf 2009 und im allgemeinen.

Ich brauche eure Hilfe:
Am 20. März sitze ich im Rahmen des zweiten Politcamps auf dem Podium „Fazit zum Onlinewahlkampf der Bundestagswahl 2009„. Neben den hauptamtlichen Vertretern der Parteien, die dort dann auch stellvertretend für diese sprechen können, sollen Julius van de Laar und ich wohl unsere flankierenden Eindrücke schildern.

Politik.de organisiert dieses Panel und bat deshalb im Vorfeld alle Teilnehmer um Statements. Ich habe dieses Statement in Form von sechs bewusst steilen Thesen formuliert, deren Feinheiten und spitze Nuancen ;) ich mit euch hier diskutieren und erarbeiten möchte. Ich bitte also um eure Meinungen.

Sechs steile Thesen zum Onlinewahlkampf:

Erstens:
Onlinewahlkampf funktioniert nicht, weil es keinen Onlinewahlkampf gibt.

Denn zweitens:
Eine gute Onlinepräsenz dient vor allem der Aktivierung der eigenen Anhänger und weniger der Überzeugung von Wählern.

Weil drittens:
1000 Tweets nicht ein einziges Gespräch mit dem Bürger am Wahlstand oder den Eindruck auf Veranstaltungen ersetzen können.

Aber viertens:
Ein Tweet reicht, um zu verlieren, genau wie schlechte Politik.

Deshalb fünftens:
Sollten Parteien zuerst das meist unterschätzte Tool des Internets nutzen: Das permanente Zuhören, bevor sie am meist überschätzten Tool des Internets scheitern: Dem permanenten Dialog.

Darum gilt sechstens:
Zum Zuhören brauchen die Parteien eine dauerhafte, kampagnenunabhängige Internetpräsenz, über die sie zuerst glaubhaft und transparent informieren und dann endlich echte Diskussionen und offene Gespräche zulassen.

Bild unter CC-Lizenz auf flickr.

42 Antworten zu “Zum Politcamp: Sechs steile Thesen zum Onlinewahlkampf 2009 und im allgemeinen.”

  1. baranek sagt:

    Stimme soweit zu. Allerdings
    @1
    Was ist dann eigentlich Online-Wahlkampf genau? Haben die Parteien überhaupt genug Ressourcen, um das, was du damit meinst, umzusetzen? Bzw: Sind nicht die „alten“ Maßnahmen letztendlich entscheidender?

    @2
    Stimmt absolut. Ist aber im Wahlkampf immer so. Die eigenen Sympathisanten mobilisieren und an die Urne bringen, mehr ist es nicht.

    @3 + 4
    Das ist soweit richtig.

    @5
    Zuhören, ja, das ist aber generell ein Problem in der Politik und hat mit dem Web und seinen Spezifika nichts zu tun. Obwohl es natürlich dafür besonders gut geeignet ist. Es gibt dabei auch Ängste. „Nein, bitte keine Online-Umfrage, bei der TRANSPARENT herauskommen könnte, dass unsere Position nicht haltbar ist.“

    @6
    Meines Erachtens das größte Problem: Nachhaltigkeit, nicht immer diesen kampagnengetrieben Aktivismus. Da muss die Poltik umdenken. Scheint mir aber ein grundsätzliches Problem der repräsentativen Demokratie zu sein: „Ich bin gewählt. Was soll ich jetzt noch dauernd kommunizieren?“

  2. bu sagt:

    stimme 1-5 sogar zu. Aber 6 hat damit nix zu tun.
    Meiner Meinung nach brauchen alle Parteien erstmal jemanden, der aufs Volk hört. Offline wie online. Nur dass das online viel einfacher ist. Eine eigene Website ist da schon Schritt 2 – Schritt 1 wäre, die Politiker und die Entscheider in ihrer Nähe erstmal dazu zu bringen, auf den Seiten anderer, da wo die Diskussion und der Dialog wirklich stattfinden, da zu zu hören, mit zu lesen. Und erstmal zu verstehen. Worum geht es? Wie sind die Regeln und Gepflogenheiten hier? Mit wem habe ich überhaupt zu tun? Und wirklich wirklich erst dann eine Seite haben, machen, basteln, starten, die den Dialog selbst zum Ziel hat. Sonst unterhalten sich nämlich wieder nur die immergleichen Für-und-Widersprecher nur über das, was sie in ihrer eigenen Suppe interessiert miteinander. Nur dann halt nicht mehr im Hinterzimmer der Geschäftsstelle Döberitz-Nord beim Themen-Abend sondern auf deren online-Äquvivalent. Daher würde ich These 6 nennen: Weiter zuhören. Richtig zuhören. Und nochmal zuhören. Bevor man wieder vor allem sich selber reden hört. Oder liest. Denn das ist ja das Dumme: Politiker denken zu oft, es wäre schon ein Dialog, wenn Sie zum Wähler reden. Dabei sollten Sie endlich mit ihm oder ihr reden. … just my 2 cents.

  3. Mathias sagt:

    @bu Ich stimme dir ausdrücklich zu. Internetpräsenz meinte auch hier weniger eine Webseite, sondern viel mehr die Präsenz im Netz.

  4. Edo Z. sagt:

    „Onlinewahlkampf funktioniert nicht, weil es keinen Onlinewahlkampf gibt.“

    Falsch, er hat nicht funktioniert, weil es bei der Bundestagswahl keinen „Wahlkampf“ gab. Aus einer großen Koalition heraus, mit einem ungeeigneten Kandidaten, konnte es keine Mobilisierung über die per Presse- und PR-Arbeit hinaus gehende Wahlkampfsimulation (weil man ja zu Zeiten der Wahlen irgendwas machen muss) geben. Stellt wirkliche personelle und inhaltliche Alternativen heraus, die wirklich zur „Wahl“ herausfordern, und es „funktioniert“ auch „online“.

    [Was immer letzteres heißen mag, man tut ja so als würde es „offline“ funktionieren, nur weil man stolz berichten kann, dass die HiWis 1000 Plakate aufgestellt haben. Muss man ja auch mal sehen.]

  5. Norman sagt:

    Stimme dir ebenfalls in den Punkten 1. bis 5. zu und wenn 6. bedeutet eine Nachhaltigkeit zu schaffen unabhängig von Wahlkämpfen, Interessierten eine Forum zu bieten, sich auszutauschen und zu diskutieren, vielleicht sogar ‚Politik‘ zu lenken, dann trifft es auch zu.
    Welche Zielgruppe hat denn der Onlinewahlkampf?
    Vorteil ist in jedem Fall, schneller bei bestimmten Fragen zu agieren oder zu reagieren. Ein Vorteil ist es, die eigene Basis zu motivieren. Aber ist man nicht schon komplett von einer überplakatierten Welt überreizt, einseitigen Anzeigen in den Printmedien, den Wahlspots im TV. Klar ist das Internet, das vermeintlich letzte mediale Schlachtfeld, aber hat es eine spezielle Zielgruppe, die sich von den anderen MedienKampagnen abtrennt?

  6. Mathias sagt:

    @Edo Z. Das nur entlang dem allgemeinen Wahlkampf-Verlauf´09 zu diagnostizieren, greift zu kurz, glaube ich, auch wenn das einen beeinflussender Faktor war, sicher. Ich denke aber, dass die Parteien im Netz zwar viel gemacht, aber eine Frage bis zum Wahlabend nicht abschließend für sich geklärt haben: Warum Onlinewahlkampf und mit welchem Ziel.

  7. Mathias sagt:

    @Norman Du beschreibst ziemlich exakt das ausführlich, was ich mit These Eins polemisierte. Ich bin da deiner Meinung.

  8. mspro sagt:

    1. Doch den gibt es.
    2. In erster Linie gebe ich Dir recht
    3., 4. und 5. Ist so eine typische Social Media Berater Agrumentation und ich finde sie falsch.
    Nein, ein Guter Onlinewahlkampf fängt mit einem guter inhaltlicher Netzpolitik an. Kein rumgebieder oder „Zugehöre“ ersetzt, dass man sich inhaltlich kompetent mit dem Netz auseinandersetzt, die Probleme findet, benennt und Lösungen anbietet. Damit kann man dann die Leute, die online die Meinungsführer sind, überzeugen. Eventuell sogar begeistern. Und wenn man das schafft, hat man ein enorm hohes Mobilisierungspotential hinter sich geschaffen, mit dem einiges möglich wird.

    Und nein. Man soll nicht einfach dem Netz aufs Maul schauen. Man soll sich eigene Gedanken machen. Eigene Lösungen anbieten und dann auch gerne damit in den Diskurs treten. Der Netzdiskurs giert nicht nach Ranwanzern, Nachplapperern und Redundanz im allgemeinen, sondern nach Originalität und Bereicherung.

    Und 6. Klar, so ne Plattform/Anlaufstelle etc. finde ich nicht schlecht. Wichtiger finde ich aber Persönlichkeiten, mit eigenem Blog und Ideen.

  9. Thomas Praus sagt:

    Zuhören sollte man nicht im Wahlkampf sondern dazwischen. Im Wahlkampf muss man klare Positionen anbieten und kann höchstens zuhören an welcher Stelle man noch reingrätschen kann. Ansonsten soll man sich vor zu viel Zuhören hüten, sonst kommt man ziemlich durcheinander.

    Zweitens sollte man nicht in die Preaching to the converted Falle laufen: Die Anhänger zusammen zu bekommen und zu motivieren ist die Pflicht, die Kür aber ist Leute zu erreichen, die sich nicht im engeren Umfeld befinden. Wenn man also 5000 Facebook Fans hat, die alles 20mal liken heißt das noch lange nicht dass alles gut läuft.

    Drittens muss man denen auch was konstruktives zu tun geben: Die Leute wollen Action! Und Fernsehduelle zusammen schauen ist eher so begrenzte Action. Mehr Kreativität also im Einsatz der motivierten jungen Wahlkämpfe.

    Viertens wird kein Wahlkampf über eine Kampagne gewonnen. Die kann nur eine gesellschaftliche Stimmung verstärken. Deswegen hat auch die CDU gewonnen und nicht deswegen hat Obama gewonnen.

    Also der Abschluss: Kampagnen sind überschätzt. Politik gewinnt Wahlkämpfe. Und Action.

  10. mspro sagt:

    (wenn du allerdings mit „zuhören“ meinst, dass die Politiker sich erstmal in den Stand der Debatte einarbeiten sollten, ja, dann geb ich dir natürlich recht.)

  11. Mathias sagt:

    Man, man, man … was für eine schöne Diskussion.
    ich kann und will da wenig dazwischen argumentieren, weil ich (blöd nicht wahr) euch in den meisten Punkten übereinstimme und vielmehr daran interessiert bin, ein breites Definitionsfeld zu zeigen. Also bitte unbedingt weiter machen!

  12. Mathias sagt:

    @mspro Ja, ich meinte das tatsächliche Zuhören (gern und vor allem im Bereich Netzpolitik). Das lernen, das sich selbst informieren.

    Aber eine erscheint mir zu eng gesehen: Ein funktionierender Onlinewahlkampf, ja der braucht auch eine fundierte Netzpolitik, allerdings interessiert sich für die auch nur ein kleiner Kreis der Internetusern (siehe auch Piraten-Wahlkampf/Themen/Ergebnis). Die Multiplikatoren sind meiner Meinung nach deshalb nicht bekannte Netzgrößen, sondern und da bin ich ganz bei Thomas, eine verbindende Idee. Ein Plan, nennt es eine politische Vision. Eine solche eint Menschen und multipliziert wahnsinnig schnell die Aufmerksamkeit (und hier greift jetzt mal wirklich der Bezug zu Obama).

    Wenn das zum Beispiel die Vision über ein wie auch geartetes Zusammenleben in der Zukunft ist, dann muss das schon jetzt, aber auf jeden Fall Morgen auch Ideen enthalten, wie man mit der sich digitalisierenden Gesellschaft umgeht. Nur auf Basis einer solchen liesse sich ein funktionierenden, weil aktivierender Wahlkampf gestalten. Das was jetzt flächendeckend und parteiübergreifend passiert, fällt für mich im besten Sinne unter: Informationspflicht während der heißen Phase. Und in diesem Zusammenhang bin ich dann auch wieder ganz bei Edo Z.

  13. Swen Wacke sagt:

    Onlinewahlkampf funktioniert nicht, weil es keinen Onlinewahlkampf gibt.

    Richtig. Es wäre ein Fehler, einen Unterschied zwischen offline- und Online-Wahlkampf zusehen. Es geht immer um das Werben von Stimmen. Also um eine Zielgruppe, nicht um ein Medium, was man erobern möchte.

    Eine gute Onlinepräsenz dient vor allem der Aktivierung der eigenen Anhänger und weniger der Überzeugung von Wählern.

    Ich glaube, Onlinepräsenz ist erläuterungsbedürftig. Das Web ist keine Plakatwand. Es sollte also um Präsenz im Sinne von Teilnahme an der Kommunikation gehen und nicht um Präsenz im Sinnen von einbahnstraßigem Präsentieren statische „Sites“ gehen. Dann geht es nicht mehr nur um die Aktivierung und das „Bei-der-Stange-halten“ der eigenen Klientel sondern auch Werben bei Unentschlossenen.

    1000 Tweets nicht ein einziges Gespräch mit dem Bürger am Wahlstand oder den Eindruck auf Veranstaltungen ersetzen können.

    M.E. sind Tweets ehe nie Gespräche sondern zumeist eher Verlautbarungen, können also Gespräche so oder so nicht ersetzen. In gewisser Hinischt kann man Twitter aber mit einer Verstaltung vergleichen, auf der der twitternde Politiker anwesend ist oder eben nicht – letzteres ist auch eine Aussage.

    Ein Tweet reicht, um zu verlieren, genau wie schlechte Politik.

    Bingo

    Deshalb sollten Parteien zuerst das meist unterschätzte Tool des Internets nutzen: Das permanente Zuhören, bevor sie am meist überschätzten Tool des Internets scheitern: Dem permanenten Dialog.

    Das ist eine durchaus richtige These, die aber keine Eigentümlichkeit des Internets ist. Dummschwätzer auf der Straße oder im TV nimmt auch keiner wirklich Ernst

    Zum Zuhören brauchen die Parteien eine dauerhafte, kampagnenunabhängige Internetpräsenz…

    Auch hier stolpere ich über die präsenz. Auch ein Bild ist präsent. Zum Zuhören braucht man aber offene, aufnahmebereite Ohren. Die Präsenz muss also durch personell erfolgen, nicht allein statisch.

  14. Swen Wacker sagt:

    Mmmh, liegt das an meinem Browser oder an der Kommentarfunktion. Da waren ein paar „“s und „“s im Kommentar, um die Zitate deutlich zu machen. Die kursiven und fetten Teile sehe ich jetzt aber nicht?!

  15. Mathias sagt:

    @Swen Ich habe das mal händisch nachgebildet.

  16. Alan Turing sagt:

    Onlinewahlkampf funktioniert nicht, weil es keinen Onlinewahlkampf gibt.

    Falsch – es gibt ihn, aber nicht in der Eben Partei -> Wähler, sondern Wähler -> Wähler, nämlich einfach an den vielen Stellen, wo parteitreue/parteinahe/… Wähler ihre Freunde (!) und Bekannten ansprechen. Wenn eine Partei mir online irgendwo was hinstellt, interessiert’s mich meist wenig, aber wenn ein Freund in einem sozialen Netzwerk etc. etwas politisches schreibt, lese ich mir das oft durch.

    1000 Tweets nicht ein einziges Gespräch mit dem Bürger am Wahlstand oder den Eindruck auf Veranstaltungen ersetzen können.

    Nicht Tweets von Parteien an sich, ja, aber Tweets von ihren Anhängern, die von ihren Freunden gelesen und verarbeitet werden, durchaus.

    Sollten Parteien zuerst das meist unterschätzte Tool des Internets nutzen: Das permanente Zuhören, bevor sie am meist überschätzten Tool des Internets scheitern: Dem permanenten Dialog.

    Spitzer formuliert: Ehrlich Zuhören und etwas daraus mitnehmen. Nicht nur zuhören, abhaken und dann so tun als wäre nichts gewesen (siehe Petitionsausschuss).

  17. Monika Radke sagt:

    Ich werde nie begreifen, wieso online andre Regeln gelten sollen als sonst, daher ja zu 1. und für den Rest gelten im Netz die gleichen Regeln, wie auf der Straße.
    Ohne Inhalte und glaubwürdige Position kannst Du zuhören, bis Dir die Ohren bluten, da kriegst Du keinen überzeugt. Egal ob hier oder vor der Eisdiele.
    Die tolle Plattform und das andre Chichi ist was für die eigenen Leute, aber kaum für Unentschlossene.

  18. stefan sagt:

    @Mathias
    zu 1 könnte es sein das es den noch nicht gibt weil es noch kein e-Voting gibt und glaubst du das sich das in Zukunft ändern wird ??

  19. Mathias sagt:

    @Stefan Nein, ich denke nicht das e-Voting etwas damit zu tun hat und ich möchte auch nicht erst e-Voting ausprobieren müssen, um das nachzuweisen.

    Ich denke nur, es gibt nicht den Onlinewahlkampf, wie es auch nicht nur den Offlinewahlkampf gibt. Wir müssen weg davon kommen, hier gesondert zu betrachten und noch viel schlimmer: Auch gesondert zu behandeln.

  20. Onlinewahlkampf ist tatsächlich schwer.

    Das Problem: Nicht die Politiker müssen ihren Weg zu den Usern finden. Sondern die User müssen sich für Politik interessieren. Erst dann liest man auch, was Parteien online anzubieten haben. Interessiert man sich nicht für die Verlautbarungen von Parteien, ignoriert man auch deren Tweeds, Blogs, Webseiten usw. Die reine Internetpräsenz garantiert noch keine Aufmerksamkeit. Die Leser müssen das Gefühl haben, dass sie auch sinnvolles geboten bekommen.

    An erster Stelle stehen also die Inhalte.

    Interessante Inhalte entstehen nur dort, wo ich das Gefühl habe, es geht um meine Angelegenheiten. Warum lese ich netzpolitik.org? Weil dort meine Themen besprochen werden und weil man dort in meinem Sinne auch aktiv ist. Im Falle von Parteien kann ich das nicht bestätigen. Hier fehlt mir das Gefühl, dass meine Interessen vertreten werden. Daher lese ich auch nicht deren Internetangebote.

    Parteien im Wahlkampf werben um Wähler. Also sind ihre Texte auch Werbetexte: glatt. Man vermeidet Angriffsflächen (was ich gut verstehen kann). Das Verhältnis Partei – Leser ist dann wie bei der Fernsehwerbung offensichtlich instrumentell. Das ist langweilig, spricht mich nicht an. Und das ist ein grundsätzliches Problem, kein Internetproblem.

    Also kann die Schlussfolgerung nur die sein: Man muss eher nach organisatorischen Lösungen suchen – nach neuen Formen der Beteiligung an Politik. Es müsste Kandidaten geben, die wirklich die Interessen vor Ort vertreten. Diese müssten eine gewisse Unabhängigkeit gegenüber der Landes- oder Bundespartei bekommen. Der Kandidat darf nicht dauernd das Gefühl haben, dass ein Ausscheren aus der Fraktionsdisziplin seine Karrierechancen zerstört. Dann könnte er auch wirklich glaubwürdig für wahlkreisbezogene Projekte arbeiten. Und dann könnte ein Blog, der seine Arbeit öffentlich macht, auch interessant sein.

  21. Shiraz sagt:

    „Schon heute hört keiner mehr die Stimmen der Firmen, die reden als hätten sie es mit Idioten zu tun.“ (Cluetrain)

    Das Problem der Parteien ist, das ihr Handeln und Reden als Simulation zu durchschauen ist. Es geht eben nicht um den Inhalt, sondern um die beabsichtige Wirkung in der (medialen) Außendarstellung. Beispiel: Man verliert erdrutschartig eine Bundestagswahl und klatscht danach minutenlang euphorisch dem Spitzenkandidaten Beifall, um in der Berichterstattung „Stärke“ zu zeigen.

    Ja halten die den Wähler echt für so dämlich?

    Aber exakt so wirkt die Kommunikation von Parteien im Netz. Es geht nicht um Dialog, sondern um Mitteilungskommunikation, bei der Anschlussfähigkeit als überhaupt nicht relevant gesehen wird.

  22. Mathias sagt:

    @Internetausdrucker Danke für diesen sehr guten Einwand.

  23. Norman sagt:

    Interessant für den Menschen wird es nicht zwangsläufig dann, wenn er sich von der Art und Weise angesprochen oder verstanden fühlt, sondern wenn er das Gefühl vermittelt bekommt, aktiv daran beteiligt zu sein.

    Wahlen spiegeln heute doch eher eine ‚Grundideologie‘ wieder, als wirklich die Vermittlung von Wahlprogrammen oder Propaganda. Glücklichweise differieren die Einstellungen eher selten mit den Parteizielen, dennoch wäre die Möglichkeit des Miteinanders gerade in der Kommunalpolitik und dann übergreifend auf die Bundespolitik wegweisend. Das Gefühl, mein gewählter Vertreter steht in Diskussion zu politischen Entscheidungen oder Vorhaben mit mir und erleutert seine Entscheidung unabhängig von einer Parteilinie. Zumindest würde dies soetwas wie Politikverdrossenheit und ‚Protestwählern‘ entgegenwirken, da man nicht mehr in der ZweiklassenOrdnung ‚Die‘ (Politiker) und ‚ich‘ (Ottonormalbürger) unterscheidet.

  24. Andi sagt:

    @ mspro:
    „Onlinewahlkampf fängt mit guter inhaltlicher Netzpolitik an“

    Nein. Onlinewahlkampf hat mit Netzpolitik ungefähr soviel zu tun wie Fernsehwahlkampf mit der Rundfunkgebühr oder Printwahlkampf mit der ermäßigten MwSt auf Druckerzeugnisse. Was aber nicht heißen soll, daß gute inhaltliche Netzpolitik nicht ein erstrebenswerter Politikinhalt wäre, aber so wie von dir formuliert malst du das Bild einer in sich geschlossenen Parallelwelt Internet, die noch dazu auf ein paar besonders technikaffine Zirkel beschränkt ist. Das hat mit der Realität nicht arg viel zu tun. Ich behaupte: Den allermeisten Leuten, die in einem Wahlkampf online erreicht werden können, könnte Netzpolitik egaler nicht sein. Das ist für sich genommen sicherlich ein Problem, aber als solches von Wahlkampf und -strategie völlig unabhängig.

    „Damit kann man dann die Leute, die online die Meinungsführer sind, überzeugen.“

    Solche Leute gibt’s schlicht (und glücklicherweise) nicht. Es mag Leute geben, die das gerne wären, aber siehe oben: Reality Check, please. Onlinewahlkampf kann ein neuer Vermittlungsweg für politische Inhalte sein, und er würde als solcher zweifellos nur Sinn ergeben, wenn diese Vermittlung mit inhaltlich deutlich höherem Aufwand betrieben würde (z.B. direkte, schnelle Ansprache der Kandidaten inklusive direkter, schneller Reaktion derselben). Was er sicherlich nicht sein kann, ist ein Spazialwahlkampf für einen kleinen Zirkel. Das lohnt schlicht den Aufwand nicht.

  25. christian sagt:

    ist es denn wichtig, wo man verarscht wird?
    ob online oder offline, solange von Politkerin größtenteils nur unwahrheiten und quatsch verbreitet wird, werden sich auf dauer immer weniger menschen für wahlkampf interessieren.
    Vermutlich ist das von den Parteien so gewünscht.
    Solange sich da nix tut, braucht man auch nicht über Onlinewahlkampf nachdenken.

  26. Lauscher sagt:

    Interessante Diskussion. Ich würde gern noch als konkretes Beispiel Abgeordnetenwatch in den Raum werfen. Genau dort haben sich bereits einige Leute parteiunabhängig und übergreifend (sic!) Gedanken zur Zukunft des politischen Diskurses gemacht. Genau dort zeigt sich die Stärke des Mediums (*nicht* Raum/virtuelle Welt/Parallelrealität) Internet: Ich kann konkrete Fragen an Politiker stellen. Diese können sie mir konkret beantworten – oder auch nicht. Ich kann die Reaktion verlinken – in meinem Blog, in Foren, auf Facebook oder sonst wo. Es können sich Diskussionen darüber entwickeln. Interessante Thesen können schnell aufgegriffen, verbreitet und weiterentwickelt werden. Davon wiederum können besagte Politiker in ihrer Ideenfindung profitieren. Das Feedback zwischen Abgeordneten und deren Wählern könnte viel schneller und direkter werden, wenn sich erstere wirklich und mehr dafür interessieren und engagieren würden.

    Natürlich können sich solch schnelle Diskussionen auch schnell im Kreis drehen oder abgleiten – das erleben wir ja auch täglich, Stichwort Trollerei. Insofern habe ich auch noch kein ausgeklügeltes Patentrezept dafür, wie man eine solche Kommunikation gestalten könnte, ohne dass sie für die Abgeordneten *zu* zeitraubend wird. Aber wie kann es sein, dass konkrete Fragen von Bürgern auf AW mit Standardantworten mit der Aussage „Ich mag AW nicht, kontaktieren Sie mich anderweitig“ abgespeißt werden? Das würden sie doch im persönlichen Gespräch auch nie tun. Es muss endlich klar werden, dass das Internet vor allem ein schnelles und besonders vielseitiges Kommunikationsmedium ist, nicht mehr und nicht weniger. Und genau diese Vielseitigkeit und Geschwindigkeit birgt eigentlich ein unheimlich hohes Potenzial für eine funktionierende Demokratie. Diese ganzen Analogien von (rechtsfreien) Räumen oder virtuellen Welten für Digital Natives jedoch sind schlicht Quatsch und werden hoffendlich bald überwunden sein.

  27. Abgeordnetenwatch ist eine gute Idee. Aber es gibt dies auch schon analog: Jeder kann an seinen Abgeordneten schreiben und Fragen stellen. Man bekommt auch eine Antwort. Diese stammt – wie bei Abgeordnetenwatch – sicher meistens aus der Feder der wissenschaftlichen Mitarbeiter.

    Ich greife noch mal meinen Gedanken auf: Wann wäre Politik im Internet interessant? Ein Politikerblog könnte interessant sein, wenn er ehrlich wirkt und einen ungewohnten Alltag in die politische Arbeit erlaubt. In Papierform gibt es so etwas: Dieter Lattmann hat schon während seiner Zeit als SPD-Abgeordneter über die Tücken des Politikbetriebes geschrieben („Die Einsamkeit des Politikers“, „Die lieblose Republik“). Er hat nichts beschönigt, auch auf seine Kosten. Lattmann hat klargemacht, dass der einzelne Abgeordnete erst einmal wenig erreicht. Die Gründe manchen Scheiterns hat er auch benannt.

    Lattmann war aber auch als Politiker ein unabhängiger Kopf. Er hat sich diese eigene Meinung geleistet. Das macht seine Texte für mich attraktiv. Ein Blog, der ähnlich funktionieren würde, wäre auch interessant. Ein wirklich ehrlicher Blick hinter die Kulissen, ohne Selbstgerechtigkeit und ohne allzuviel zu entschuldigen, könnte spannend sein.

    Das Problem ist aber, dass viele eine solche Selbstentzauberung des Politikers nicht gerne lesen würden. Das würde bedeuten, dass man auch als Wähler realistischere Forderungen stellen müsste.

  28. mit Hinblick auf den Umstand, dass es sich hier um „steile“ und auch „provokante“ Thesen hält, möchte ich dennoch den Versuch wagen ein wenig zu differenzieren und z.T. auch wissenschaftlich zu argumentieren…

    zu 1:
    Etwas das es nicht gibt, kann nicht für funktionsunfähig erklärt werden. Onlinewahlkampf gibt es m.E. nach schon, die Frage ist viel eher was man aus diesem Begriff macht und wie man es mit Leben füllt.

    zu 2:
    Tendenziell falsch (kommt auf Generation / Affinität an). Studien zeigen: junge Menschen informieren sich vor allem im Netz – auch über die Politik. Hier stellt sich viel mehr die Frage a. was ist eine gute Onlinepräsenz? und b. welche (Dialog-) Angebote muss sie haben, um genutzt zu werden. Mit gut aufbereiten politischen Inhalte in verschiedenen Medienformaten können Wähler durchaus überzeugt werden. Das gilt umso mehr, weil der Anteil der Wechselwähler stetig zunimmt. Wenn eine HP keinen Anreiz bietet genutzt zu werden, wird sie auch nicht genutzt. Es fehlen Innovation, Dialog, Aufrichtigkeit in der Kommunikation. Allgemein ist der Wahlentscheidungsprozess derart komplex und voller Variablen, dass es noch nie eine allumfassende Theorie gab. Lediglich Stefan Dahlem (Wahlentscheidung in der Mediegesellschaft) hat hierzu einen interdisziplinären Ansatz vorgestellt, der empirisch aber noch nicht vollständig validiert ist und noch einige Fragen aufwirft.

    zu 3:
    Absolut richtig (gilt aber allgemein, nicht nur für Twitter)! Twitter war/ist m.E. sowieso VÖLLIG überbewertet. Die steigende Kommunikationsdynamik (im Netz) führt zu einer Reduktion der Kommunikationsqualität, weil Menschen eben nicht mehr Zeit haben oder anders gesagt: sie haben nicht mehr Zeit wie früher, sondern genauso viel. Die Techniken und Übertragungswege ändern sich, nicht aber die Fähigkeit (nur begrenzt) Informationen aufzunehmen. Schon heute nutzen wir rund 600 Minuten am Tag Medien. Die höchste Kommunikationsqualität hat nach wie vor das persönliche Face-to-face Gespräch. Das wird sich wohl auch nie ändern, da hier die meisten Kommunikationsebenen vorhanden sind. Unabhängig von der Art der Kommunikation: Schwachsinn kann auf Twitter, per E-Mail und am Infostand geredet werden.

    zu 4:
    Jein. Ein schlechter Tweet kann einiges an Image kaputt machen, aber muss nicht unbedingt einen entscheidenen Einfluß auf das Wahlverhalten haben. Da Twitter m.E. nach überbewertet war/ist, hatte ein schlechter Tweet effektiv kaum Wirkung.

    zu 5:
    Diese These widerspricht sich sehr klar. Ein Dialog setzt Senden und Empfangen (zuhören) voraus. Ein Selbstgespräch oder eine One-To-many-Kommunikation wie jahrelang von den Parteien via klassischen Massenmedien getätigt, widerspricht dem Interaktions- und Kommunikations-Prinzip des Internets. Sprich: Zuhören ist ein Teil des Dialogs – daher ein klarer Widerspruch.

    Bevor Parteien / Politiker in Technik und Kampagnen investieren, sollten sie sich Gedanken machen, wieviel Kontrolle / Macht sie abgeben wollen und welche Prozesse / Methoden / Verfahren zum Dialog angewendet werden soll, um eben die o.g. Probleme mit Trollen, Schwachsinn und Pseudo-Dialog weitestgehend zu minimieren. Und vor allem: sollten sie sich klar Gedanken daürber machen, wie man mit dem Input der Community umgeht. Einfach nur zuzuhören, ohne das es Effekte hat auf die Politik, kann unter Umständen fataler sein, als überhaupt keinen Dialog anzubieten.

    Außerdem ist dies (das Internet + seine Kommunikation) ein ganz klarer Generationenkonflikt mit völlig unterschiedlichen Grundwerten (Freiheit, Gerechtigkeit, Sicherheit etc.) zwischen Netzgemeinde und führenden Politikern. Auch hier gibt es noch keine Ideen, wie man diese Differenzen adäquat überwinden kann.

    Zu 6:
    Naja das ist eigentlich klar. Siehe hierzu auch Statement zur These 5.

    Insgesamt halte ich die sechs Thesen für relativ schwach. Ich hoffe da kommt auf dem politcamp dann doch noch ein bisschen mehr.

    Man sieht sich in Berlin…

  29. Ich kann den Thesen soweit zustimmen, würde aber an der Stelle gern auf die abgeschlossene achte Runde der NPO-Blogparade verweisen, bei der wir uns mit dem Thema Mobilisierungsstrategien zum (politischen) Online-Partizipation.

  30. domingos sagt:

    Wahlkampf ist überflüssiges Geplänkel, entscheidend ist, was zwischen den Wahlkämpfen on- und offline passiert. ES gibt weder Zuhören noch Dialog. In Deutschland sollte im Idealfall zwischen der Parteibasis und der Spitze ein reger Austausch stattfinden, wir sehen ja an der SPD, wie toll das nicht funktioniert. Wenn man die eigene Basis nicht erreichen kann, kann man auch sonst niemanden erreichen.
    Lange Rede kurzer Sinn, das ganze Kommunikationsmodell ist unbrauchbar geworden und benötigt eine neue Basis. Das WEb könnte diese Basis sein, aber nur, wenn es dauerhaft als Plattform genutzt wird und nicht nur, wenn grad Wahlkampf ist.

  31. „In Deutschland sollte im Idealfall zwischen der Parteibasis und der
    Spitze ein reger Austausch stattfinden, wir sehen ja an der SPD, wie
    toll das nicht funktioniert.“Dazu gehört aber sicher das Problem, dass die Basis wenig rebelliert. Man hat Schröder diszipliniert ertragen und dann auch Steinmeier. Es gab offenbar nur wenig Druck von unten . Das ist allerdings auch schwer, denn Parteien neigen nun einmal zur Oligarchie. Aber manchmal hätte ich mir schon gewünscht, es würde sich auch mal einer der Mandatsträger stärker gegen die von oben verordnete Linie positionieren.

  32. Christian S. sagt:

    Also. Nunja.Ein paar Gegenthesen:1. Zuerst ist es wichtig, Themen positiv zu besetzen.2. Die eigenen Inhalte müssen anschaulich präsentiert werden, und zwar das ganze Jahr, nicht nur im Wahlkampf. „spd.de“ ist hier leider fast ein Totalausfall. (Von den zigtausend Domains im Wahlkampf will ich nicht erst reden.)3. Content, Content, Content. Nur wer regelmäßig informiert, bleibt im Gespräch. Twitter, Blog, YouTube, Flickr – alles geht.4. Glaubwürdigkeit ist Trumpf.

  33. Mathias sagt:

    @Christian Das sind ja gar keine Gegenthesen ;), aber sehr richtig und wichtige Ergänzungen.

  34. Christian S. sagt:

    Na gut, dann eben Ergänzungen. Hach, was sind wir harmoniebedürftig. ;-)

  35. Christian S. sagt:

    PS: Mir ist die Schrift zu hell, geht’s bissl dunkler? :-)

  36. Mathias sagt:

    Klar ginge schon, will aber nich. :)

  37. Onlinewahlkampf funktioniert nicht, wenn man ihn als losgelöste
    Internet-Aktivität veranstaltet. Alle Online-(Wahlkampf)-Aktivitäten
    machen nur Sinn (und kann dann auch in Deutschland gut funktionieren!),
    wenn sie an die gesamte Kampagne inhaltlich und organisatorisch
    angebunden sind. Klingt trivial, ist aber wichtigstes Handwerkszeug das
    noch häufig vergessen wird – bei vielen Parteien.(klingt so auch schon bei Mathias an…http://blog.mathias-richel.de/2010/03/11/zum-politcamp-sechs-steile-thesen-zum-onlinewahlkampf-2009-und-im-allgemeinen/#comment-3207

  38. zu 1)Ich denke schon, dass es einen Onlinewahlkampf gibt. Nur ist er genau so wie der „Offlinewahlkampf“ jeweils eine Seite einer Medaille.zu 2)Onlinepräsenzen dienen auch dazu den Mitbewerbern Informationen zu liefern – ob nun Termine oder ähnliches.Ansonsten hat man mit Onlinepräsenzen die Möglichkeit durch gute Inhalte (und damit meine ich jetzt nicht Werbeplakate in Flash oder so) zu überzeugen.zu 3)Online kann man sich aber primär auf die Gruppen konzentrieren, die einem wohlgesonnen oder aber neutral sind.zu 4)Das aber noch nicht wirklich, da die Internet-Aktivitäten außer in bestimmten Ausnahmefällen (Wir in NRW/CDU-Sponsoring-Affäre usw.) kaum Auswirkungen auf die „Offline-Szene“ hat.zu 5)Stimmt, zuhören ist wichtig. Aber nicht nur online.zu 6)Auch wenn ich die Herleitungen 1-4 nicht so ganz teile, die Schlußfolgerungen 5 und 6 finde ich schon deutlich besser. :)

  39. Freibeutler sagt:

    Zu 4: Aktuell bestes Beispiel die Piraten: Eine saublöde Bemerkung von einem Piraten im Essener Blog über Rentner im allgemeinen und deren Rentner-News, schon solidarisieren sich die Alten und bekämpfen die Piraten im Netz. Wahlergebnis bei Ü65: 3%.

  40. Asuka sagt:

    I was so confused about what to buy, but this makes it unertseandabld.

  41. Now I know who the brainy one is, I’ll keep looking for your posts.

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