Es soll ja Menschen geben, die ganz gern haben, was ich hier und anderswo im Netz so mache. Manche davon haben auch zu viel Geld und suchen interessante Anlagemöglichkeiten. Andere wiederum mögen das alles gar nicht, was ich hier produziere, oder auch mich nicht. Diese sollen jetzt mir an dieser Stelle mal egal sein. Ich richte mich jetzt an die Ich-mag-das-Menschen mit Geld. Also an dich!
Unter jedem Blogbeitrag ist jetzt ein flattr-Button integriert. Was flattr genau ist, erklärt euch in Kürze dieses Video und ich danach noch mehr:
Flattr reiht sich zunächst einmal nahtlos in die Tradition der kryptischen Netznamen ein und erobert sogleich eine Spitzenposition in dieser, vereint es doch den omnipräsenten und zugleich irreführenden Begriff “Flatrate” mit dem schmeichelhaftem “to flattre” miteinander. Ergo: Ihr schmeichelt mir und ich schmeichel euch mit einer Inhaltsflatrate gegen freiwillige Kleinstspenden.
Eigentlich kann das nicht funktionieren, aber ich wäre nicht ich, würde ich es nicht ausprobieren, um es bei Misserfolg einfach stillschweigend wieder zu begraben.
Nach dem ganzen App-Verkaufsgedöns-Erfolg entdecken plötzlich alle Seiten Micropayment als interessantes Bezahlmodell für Internetinhalte. Und zurecht sagt ihr jetzt: Moment, Micropayment, Spenden – all das hat doch schon nie funktioniert im Netz. Ja, aber dafür war es wenigstens nicht umsonst. Also der Versuch, nicht der Inhalt. Plötzlich wird das wieder so relevant, das es sogar wirklich nüchterne, gar unaufgeregt geschriebene Wortbeiträge im Fachblatt des Intenetboulevards “Spiegel Online” darüber gibt, wie Spendentools und Micropayment auch im professionellem Journalismus funktionieren könnten.
(Ich liebe diesen internetangestrengten Konjunktiv).
Ich denke, man sollte das Ganze mal ausprobieren und was ich denke, mache ich meistens auch. Natürlich weiß ich, dass der für mich zu erzielende Geldertrag ungefähr dem von Google Adwords gleichkommt, nämlich Richtung 0-5€ im Monat, aber wenn ich helfen kann, ein funktionierendes Payment-Tool mit zu etablieren, das Inhalte und den Schreiber belohnt, und nicht Werbung als alleinige Wertschöpfungstool im Netz begreift, dann mache ich das gern.
Als Werber sag ich, Werbung kann nicht die alleinige Lösung sein. Das sie das noch nie wahr, beweist übrigens unter anderem die “Titanic” zwar meist schlecht als recht aber immerhin, seit ihrer Gründung. Ich mag die Idee der direkten Produzentenbelohnung und ärgere mich über Verwertungsbezahlung ganzer Apparate. flattr kann da ein guter Ansatz sein. Für Blogger, für Projekte und Initiativen, für Netlabels etc. und ich bin gespannt wohin die Reise geht.
Wie funktioniert das jetzt genau, sprich: Wie komme ich an euer Geld? (Denn darum geht es ja, abseits des ganzen Geschwafels.)
Ihr registriert euch bei flattr. Doch ladet ihr euren Account über paypal (<- ebays Rettung), oder Kreditkarte mit einer Summe X auf. Default eingestellt sind 8 €, was ein gutes Startvolumen zu sein scheint. Mit diesem Geld geht ihr jetzt sozusagen "Content einkaufen", bzw. konsumieren und dann dafür spenden, per Klick. Bei jedem Klick, wird ein minimaler Teil des Geldes für den jeweiligen Beitrag zugeschrieben, egal auf welcher Webseite sich ein Button befindet. Wenn ich das richtig verstanden habe und ich hoffe, das habe ich, ist dabei völlig irrelevant, mit wie vielen Klicks ihr eure, sagen wir 8,- € belastet. Sprich, wenn ihr 100 Beiträge gut fandet und geflattert habt, wird am Ende des Monats jeder dieser geflatterten Beiträge 0,08 € gutgeschrieben bekommen. Bei mehr oder weniger Beiträgen eben dann mehr oder weniger anteiliges Geld.
Ihr seht, das ist ein wirklich einträgliches Geschäft für den einzelnen Anbieter.
Sei´s drum: Wenn das schon zehn meiner Leser mit ähnlicher Quote machen, bekäme ich 80 Cent pro Beitrag. Ich finde das vollkommen okay und großartig, als Geste und als Möglichkeit.
Oder wie es Carta vorhin auf Twitter passenderweise formulierte:
Für mich gilt: Jeder von euch mir zugeflattrte Betrag wird eins zu eins auf anderen, vielleicht ja auch auf euren Beiträgen zurückgeflattrt. So und jetzt genug der vielen Worte: Her mit eurer Kohle!
WICHTIG! flattr befindet sich noch im Beta-Stadium, heißt hier: Es können noch nicht alle die es wollen mitmachen, aber ihr könnt euch für eine Invite dort registrieren. Sobald ich wieder Invites zur Verfügung habe, verteile ich sie sofort unter euch.
Xtra-Super-Content-Bonus für euch:
Peter Sunde, Gründer von flattr, erklärt flattr auf der re:publica. Hier könnt ihr seinen halbstündigen Vortrag nachschauen:
Foto unter CC-Lizenz auf flickr.

