Die Digitale Bombe. PFffSssZzzz …
Erst einmal 04:42min zur seelischen und moralischen Einstimmung:
Gestern zeigte Arte die “Digitale Bombe” und vorab, währenddessen und noch heute ging die ab wie Schmidts Katze auf Twitter. Nach den ersten Sendeminuten flaute die Euphorie aber merklich ab, fanden sich doch die meisten Twitter-Kommentatoren wenn nicht in einer YouTube-Präsentation, dann doch mindestens in einer webaffinen Ausgabe von “Bitte lächeln!” wieder. Das ist aber natürlich nur selbstreferentieller Unfug. Natürlich ist es großartig, wenn den Leuten vor der Glotze in über zwei Stunden ein paar Dinge des Internets erklärt und gezeigt werden und vor allem gesagt wird, warum sie funktionierten. Ihr glaubt gar nicht, wie wichtig das sogar ist. Oft genug beginnt man heute noch Präsentationen und Beratungen bei den Basics des Internets, mittlerweile aber vor allem, um überzogene und unrealistische Erwartungen ein wenig an die Webrealität anzupassen. Deshalb, immer her mit den Leistungsschauen! Für noch mehr Schwanzvergleiche! Was geht nicht, was geht und wenn ja, wie viel. Davon braucht es noch viel mehr.
Klar, dass sich da ein paar Digital Natives ein wenig vorkommen, als müssten sie nachsitzen … aber achtet mal auf eine, auch für die Bewertung von Agenturleistungen im Internet, nicht unrelevante Tatsache in den drei Filmen:
Alle beteiligten Protagonisten hatten jeweils genau von einem(!) eigenen “Big Shot” zu erzählen. Nur ein Ding, dass funktionierte, das zum Buzz wurde. Eins ist natürlich immer besser als keins und doch zeigt sich eben ganz deutlich, dass Marketing/Werbung/PR-Dingszeugs nicht per Automatismus ein Megateil im Netz werden, wenn man es via Schablonen endlos adaptiert und kopiert, sondern nur wenn es einer ganz einfachen Wahrheit folgt: Du musst gut sein.
Und dieses “gut sein”, also für den Kunden das jeweils passende zu kreieren und (zunehmend immer wichtiger und immer noch viel zu wenig eingesetzt) Unpassendes einfach wegzulassen, dass können nach wie vor nicht viele. Nachsitzen ist also vielleicht gar nicht mal so schlecht.
Lasst uns darüber reden, ich freue mich auf eure Kommentare dazu und zu der “Digital Bomb“, die ihr jetzt hier in drei Teilen noch einmal gucken könnt.
Bis gleich.
The Social Galaxy
The Commercial Galaxy
The Media Galaxy
Ballon-Foto unter CC-Lizenz auf Flickr.


gut worte, die auf den punkt bringen was ich auch gestern zur diskussion bei twitter dachte: “wir” (wer auch immer “wir” sind) wissen das alles, aber die meisten eben nicht. denn wenn die meisten das wüssten, gäbe es nicht so viel grottenschlechte werbung im netz.
volle Zustimmung.Wie ich gestern schon twitterte: Wir, die *Gang* ;), sind nicht die Zielgruppe der Sendung, sondern unsere Kunden. Daher ja, mehr von diesen Formaten!Ich konnte das Gebashe gestern mal wieder nicht verstehen. Es scheint zum Selbstzweck zu werden. Schade ist das.
Mich kotzt extrem an, dass die Arte Videos natürlich nicht mehr verfügbar sind. Ich will hier jetzt gar keine Rundfunkgebühren-Infirmationsauftrags-Verlagslobbyismus Debatte aufziehen, aber die wirkliche Bombe, sind diese, durch den 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag künstlich auferlegte Verknappung. Es regt mich immer wieder auf, wenn alte Männer mit alten Geschäftsmodellen und noch älteren Vorstellungen einer digitalen Gesellschaft, meinen Alltag ruinieren…