Die Berliner Piraten forderten in ihrem Wahlprogramm ein bedingungsloses Grundeinkommen und viele kluge Köpfe beschäftigen sich damit. Aber mir will nicht in meinen Kopf, wie das funktionieren soll und habe deshalb versucht meine Zweifel, in Deklarativsätzen zu verpacken, hinter denen aber eigentlich ein Fragezeichen stehen sollte. Und ich hoffe auf Antworten von euch in den Kommentaren.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen, das durch die Einkommenssteuer finanziert werden würde, bei dem aber sonst alle anderen Sozialleistungen wegfielen (im Moment sind das 155 ihrer Art), ist ein Segen für konservative und liberale Marktprediger.

Wenn alle Menschen, egal ob Hartz IV-Empfänger, ich oder Superverdiener wie Götz Werner monatlich 1500,-€ bedingungslos ausgezahlt bekommen, ist das für den Markt wie Weihnachten.
Die Lebenshaltungskosten, aber auch alle Konsumgüter würden sich sehr schnell verteuern, denn für eine kurze Zeit scheint mehr Geld frei verfügbar zu sein. Allerdings bewirken diese Preissteigerungen auch sehr schnell, dass alles was mit dem bedingungslosem Grundeinkommen angedacht war, obsolet wird.

Die, die vorher wenig hatten, haben dann ebenso wenig und für die, die schon vorher mehr oder viel hatten, ändert sich de facto gar nichts.

Der Staat aber reibt sich die Hände, muss er doch nichts mehr unternehmen, um diejenigen, die es brauchen zu unterstützen. Das heißt, die Schere zwischen arm und reich würde sich noch weiter öffnen, weil der Staat sich aus den letzten Nischen der Ermöglichung von soziale Teilhabe für alle zurückzieht. (Wenn ich das richtig überblicke, würde dies auch unmittelbar zur Privatisierung der Krankenversicherung führen.)

Das ist in meinem Augen ungerecht und vor allem zutiefst unsozial. Und das gilt somit auch für das bedingungslose Grundeinkommen.

Wäre eine negative Einkommenssteuer nicht viel viel geiler?