Noch Anfang September erklärt Innenminister Friedrich anlässlich
des 10. Jahrestags der Anschläge vom 11. September via BILD-Zeitung (Achtung, Link zum BILD-Interview), dass in Deutschland ungefähr 1000 islamistische Terroristen leben.
Die Zahl 1000 wirkt bedrohlich groß.
1000 islamistische Terroristen stellen plakativ ein immenses Bedrohungspotenzial für Deutschland dar – dieses Gefahrenbewusstsein muss tief in der deutschen Seele verankert werden!
Im Text selbst relativiert Friedrich die Zahl dann auf 20(!) echte Terroristen, die man außerdem noch kenne und wisse, wo sie sich aufhielten, aber die 1000 steht ganz vorn und schön groß in der Überschrift, damit sie auch jeder lesen kann und auch wirklich Angst bekommt.
Im Windschatten der 9/11-Anschläge und der bis heute andauernden Bedrohungslage wurden die Anti-Terror-Gesetze initialisiert, die Vorratsdatenspeicherung beschlossen, Behördenbefugnisse ausgeweitet und Misstrauen in der Bevölkerung gesät, das jetzt aufgehen soll wie Kressesamen auf feuchten Taschentüchern, um “verdächtige Ausländer zu melden“.
Seit 2002 wurden fünf geplante oder gescheiterte Anschläge mit islamistische Hintergrund in Deutschland öffentlich. Im März diesen Jahres kam es zum ersten tödlichen Anschlag mit islamistischen Hintergrund. Zwei US-Soldaten wurden auf dem Flughafen Frankfurt (Main) erschossen.
Seit 2001 leben wir in permanenter Angst vor dem islamistischen Terror. Die Bürgerrechte werden massiv eingeschränkt und immer weiter aufgeweicht. Alles im Namen der Sicherheit, vor einer theoretischen Gefahr.
Seit 12 Jahren existiert eine neonazistische Terrorgruppe, die mindestens 10 Menschen getötet und Sprengstoffattentate durchgeführt hat. Nach älteren Recherchen von Tagesspiegel und DIE ZEIT wurden zwischen 1990 und 2010 137 Menschen durch rechte Gewalt getötet.
Herr Innenminister Friedrich, seit Jahrzehnten heißt die größte Bedrohung für die Menschen in Deutschland nicht Mohammed, sondern Müller. Nur, dieses Problem nehmen Sie bisher nicht ernst.
Im Gegenteil, erst im September, dem Monat Ihres Interviews zu den 1000 islamistischen Attentätern, haben Sie die staatlichen Gelder zur Bekämpfung von Rechtsradikalismus um weitere 2 Millionen Euro gekürzt.
Herr Innenminister Friedrich, eine Frage hätte ich noch:
Wie konnte 12 Jahre lang dieser systematische, strukturelle, organisierte rechtsextreme Terror unentdeckt bleiben?
In Sorge.
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Malte Welding “Wenn Terror keinen Schrecken verbreitet”












































naja. den #bodycount hätten allein die #kofferbomber locker geschafft.
http://www.spiegel.de/wikipedia/Versuchte_Bombenanschl%C3%A4ge_vom_31._Juli_2006.html
Es scheint tatsächlich so, als wäre der nicht-islamistische Terror etwas aus dem Blick von Behörden und Regierungen geraten. Allerdings finde ich es höchst fraglich, ob sich mit 2 Millionen Euro für Bildungs- oder “Aussteiger”-Programme irgendwelche Irren vom Morden abhalten lassen. Wenn es so einfach wäre, könnte man auch den Etat aufs Zehnfache aufblasen und mal eben jeden politischen Radikalismus und sämtliche menschenfeindlichen Ideologien quasi ausrotten. Eine absurde Vorstellung.
[...] weisen auf eine Verbindung zum Geheimdienst hin.>>> taz.de: Der unerkannte Terror>>> Mathias Richel: Auf dem braunen Auge blind. Ein Brief, in Sorge, an den Innenminister>>> SEE RED fragt: Am [...]
@Jan Natürlich nicht. Aber 2 Mio. weniger sind ein Symptom dafür, für wie wichtig oder eben nicht so wichtig man die Bekämpfung von Rechtsradikalismus einschätzt.
[...] noch im September im Bild-Interview (verlinke ich jetzt nicht, mehr dazu findet sich aber hier) von 1000 islamistischen Terroristen in Deutschland, und Wolfgang Schäuble kürzt dem [...]
Hallo Mathias,
ein lesenswerter Beitrag zu einem sehr ernstem Thema. Rechtsextremismus wurde in Deutschland auch nach dem Holocaust nie ernst genommen, negative Höhepunkte nach der deutschen Niederlage 45 sind der Anschlag auf das Oktoberfest, Hoyerswerda und Lichtenhagen. Bereits bei den Progromen wurde deutlich, dass solang ein alltäglicher Rassismus und Antisemitismus mehrheitlich in Deutschland gelebt wird, das Thema nie eine derartige Stellung einnehmen kann wie die Islamisierungsthesen oder der Israel Konflikt. Hier fehlt den Opfern (Juden und Muslimen) die Lobby, gegen Minderheiten kann man einfacher Terrorangst aufbauen.
Auch in der aktuellen Debatte vergingen Tage, ehe die Meldung al wichtigste Nachricht zu Nachrichtenbeginn gesendet wurde. Und jetzt sind alle empört und betroffen, aber keine Hysterie. Jeder weiß, dass er keine Angst haben muss Opfer zu werden. Leider denken zu viele so.
[...] Mord zu verüben, damit konnte nun wirklich niemand rechnen." >>> der.postillion.com>>> Mathias Richel: Auf dem braunen Auge blind. Ein Brief, in Sorge, an den InnenministerUPDATE und Pressespiegel zum [...]
[...] wurde, aber sowohl Johnny Haeuslers Überraschung: Nazis in Deutschland! als auch Mathias Richels Auf dem braunen Auge blind geben sehr gut meine Gemütslage und meine Meinung wider.Ich finde es in der Tat erstaunlich, daß [...]
[...] “Auf dem braunen Auge blind” bei Mathias Richel [...]
[...] im Gesprächskreis “Netzpolitik und Digitale Gesellschaft” des SPD-Parteivorstandes. In seinem Blog verfasste er den Eintrag “Auf dem braunen Auge blind”. Darin schreibt Richel: “Herr Innenminister Friedrich, seit Jahrzehnten heißt die größte [...]
[...] Mathias Richel ist Mitglied im Gesprächskreis “Netzpolitik und Digitale Gesellschaft” des SPD-Parteivorstandes. In seinem Blog verfasste er den Eintrag “Auf dem braunen Auge blind”. [...]
[...] Wir haben alle versagt, nicht nur die Politik. Wir haben es alle nicht wahr haben wollen, aber: … seit Jahrzehnten heißt die größte Bedrohung für die Menschen in Deutschland nicht Mohammed, sondern Müller. Mathias Richel [...]
[...] Johnny schreibt bei Spreeblick einen Kommentar, der ein bisschen nach “Wir haben’s euch immer schon gesagt!” klingt. Und ganz Unrecht hat er nicht. Denn häufig wurde in den letzten Jahrzehnten ein Statement in der Politik laut, das sinngemäß wiedergab, man solle Rechtsradikalismus nicht überbewerten, sondern auch und gerade den Linksterrorismus (und vor allem die Islamisten) verfolgen. Dabei verzerrt es ein wenig das Bild, das sich zumindest in der Statistik zeigt: [...]
[...] zur Bekämpfung von Rechtsradikalismus um weitere 2 Millionen Euro gekürzt. [ Mathias Richel: Auf dem braunen Auge blind. ] Flash-Alarm beim ehemaligen Nachrichtenmagazin Es kann nicht sein, dass ein Verbot der NPD auf [...]