UPDATE — Sonntag, 06. Januar 2013
Pünktlich zum Drei-Könnix-Treffen der FDP schreibt die WirtschaftsWoche, dass in Christian Lindners Wikipedia-Eintrag über 40 positivierende Änderungen unter der IP 93.184.129.133 gab. Diese IP gehört zum Landtag NRW, dem Christian Lindner als Fraktionsvorsitzender der FDP angehört. Unter anderem ist im März 2012 der Quellenbezug „Pleite mit der Firma – Glück in der Partei“ (Tagesspiegel) verschwunden. In dem Artikel geht es genau darum, was auch hier Ende März 2012 stand:

Christian Lindner ist gerade im Wahlkampfmodus und versucht wie seine Mutterpartei FDP (Kennen Sie die noch?) politisches Kapital aus der Schlecker-Pleite zu schlagen. Die FDP ist schuld daran, dass die Bürgschaften für einen KfW-Kredit für die Transfergesellschaft der 11.000 von Arbeitslosigkeit bedrohten Schlecker-MitarbeiterInnen nicht zu Stande kamen.

Christian Lindner begrüßt diesen Umstand mit folgenden Worten: “Der Staat sollte nicht mit Steuergeldern Arbeitsplätze in einer Transfergesellschaft garantieren”.

In diesem Wahlkampfmodus scheint Christian Lindner eine ganz kleine Sache anscheinend ganz vergessen zu haben: Christian Lindners mittlerweile pleite gegangene Firma “Moomax” verbrannte binnen 18 Monaten einen KfW-Kredit in Höhe von 2 Millionen Euro. Als Sicherheit langten damals 30.000€ Stammkapitaleinlage.

Leistung muss sich wieder lohnen, Herr Lindner.
Und Tchüss!

Disclaimer: Ich bin Sozi und kann diese FDP nicht leiden.

UPDATE:
Inzwischen hat Christian Lindner auf Twitter auf meinen Text reagiert. Also fast.

Die Kernaussage seiner Tweets ist: Alles alte Propaganda (oder eine Negativkampagne) und man möge sich in seinem Lebenslauf auf seiner Webseite doch bitte genauer informieren. Okay. Das habe ich jetzt noch einmal gemacht – nicht ohne ein bisschen Neugier.

Nach kurzer Suche habe ich im Lebenslauf folgenden Satz gefunden (im 5. Navigationspunkt, neben all den schon oben in meinem Text verlinkten Fakten):

“Übrigens: Risikokapital-Geber erhalten eine öffentliche Förderung – so auch unser Investor.”

Hammererklärung!

Herr Lindner, habe ich etwas übersehen?

Viel aufschlussreicher sind seine Äusserungen zu diesem Sachverhalt auf Abgeordnetenwatch, auf die er erst gar nicht hinweist:

“… Mit den Mitteln der KfW soll die Vergabe von so genanntem “Risikokapital” gestärkt werden. Wie die Bezeichnung Risikokapital zeigt, wird hier in Unternehmen in sehr frühen Phasen investiert, in denen der Erfolg noch nicht sicher sein kann. Das Unternehmen, in dem ich eine Zeit einer von drei Geschäftsführern war, wollte neuartige Software-Technologien und Dienstleistungen entwickeln. Die Mittel des privaten Investors wurden sehr überwiegend genutzt, um qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen. …”

Aha, qualifizierte Arbeitsplätze. Wie in einer Transfergesellschaft, Herr Lindner? Solche Arbeitsplätze, meinen Sie? Solche Arbeitsplätze, die Sie bei Schlecker nicht garantieren wollen, aber für Ihre eigene gescheiterte Unternehmung gern gefördert sahen?

Close enough.
Nothing to do here.
Nuff said.