Vom vollen Schleckermäulchen Christian Lindner. — UPDATE — 30. März.

UPDATE — Sonntag, 06. Januar 2013
Pünktlich zum Drei-Könnix-Treffen der FDP schreibt die WirtschaftsWoche, dass in Christian Lindners Wikipedia-Eintrag über 40 positivierende Änderungen unter der IP 93.184.129.133 gab. Diese IP gehört zum Landtag NRW, dem Christian Lindner als Fraktionsvorsitzender der FDP angehört. Unter anderem ist im März 2012 der Quellenbezug „Pleite mit der Firma – Glück in der Partei“ (Tagesspiegel) verschwunden. In dem Artikel geht es genau darum, was auch hier Ende März 2012 stand:

Christian Lindner ist gerade im Wahlkampfmodus und versucht wie seine Mutterpartei FDP (Kennen Sie die noch?) politisches Kapital aus der Schlecker-Pleite zu schlagen. Die FDP ist schuld daran, dass die Bürgschaften für einen KfW-Kredit für die Transfergesellschaft der 11.000 von Arbeitslosigkeit bedrohten Schlecker-MitarbeiterInnen nicht zu Stande kamen.

Christian Lindner begrüßt diesen Umstand mit folgenden Worten: “Der Staat sollte nicht mit Steuergeldern Arbeitsplätze in einer Transfergesellschaft garantieren”.

In diesem Wahlkampfmodus scheint Christian Lindner eine ganz kleine Sache anscheinend ganz vergessen zu haben: Christian Lindners mittlerweile pleite gegangene Firma “Moomax” verbrannte binnen 18 Monaten einen KfW-Kredit in Höhe von 2 Millionen Euro. Als Sicherheit langten damals 30.000€ Stammkapitaleinlage.

Leistung muss sich wieder lohnen, Herr Lindner.
Und Tchüss!

Disclaimer: Ich bin Sozi und kann diese FDP nicht leiden.

UPDATE:
Inzwischen hat Christian Lindner auf Twitter auf meinen Text reagiert. Also fast.

Die Kernaussage seiner Tweets ist: Alles alte Propaganda (oder eine Negativkampagne) und man möge sich in seinem Lebenslauf auf seiner Webseite doch bitte genauer informieren. Okay. Das habe ich jetzt noch einmal gemacht – nicht ohne ein bisschen Neugier.

Nach kurzer Suche habe ich im Lebenslauf folgenden Satz gefunden (im 5. Navigationspunkt, neben all den schon oben in meinem Text verlinkten Fakten):

“Übrigens: Risikokapital-Geber erhalten eine öffentliche Förderung – so auch unser Investor.”

Hammererklärung!

Herr Lindner, habe ich etwas übersehen?

Viel aufschlussreicher sind seine Äusserungen zu diesem Sachverhalt auf Abgeordnetenwatch, auf die er erst gar nicht hinweist:

“… Mit den Mitteln der KfW soll die Vergabe von so genanntem “Risikokapital” gestärkt werden. Wie die Bezeichnung Risikokapital zeigt, wird hier in Unternehmen in sehr frühen Phasen investiert, in denen der Erfolg noch nicht sicher sein kann. Das Unternehmen, in dem ich eine Zeit einer von drei Geschäftsführern war, wollte neuartige Software-Technologien und Dienstleistungen entwickeln. Die Mittel des privaten Investors wurden sehr überwiegend genutzt, um qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen. …”

Aha, qualifizierte Arbeitsplätze. Wie in einer Transfergesellschaft, Herr Lindner? Solche Arbeitsplätze, meinen Sie? Solche Arbeitsplätze, die Sie bei Schlecker nicht garantieren wollen, aber für Ihre eigene gescheiterte Unternehmung gern gefördert sahen?

Close enough.
Nothing to do here.
Nuff said.

19 Kommentare zu “Vom vollen Schleckermäulchen Christian Lindner. — UPDATE — 30. März.”

  1. muehsam sagt:

    FDP? Das hat irgendwas mit Loriot zu tun oder?

  2. Sanníe sagt:

    Wer kann die FDP schon leiden.
    Aber den Wahlkampf-Vorwurf finde ich doch ein bißchen billig, wenn sie doch nun eine klassische FDP-Position vertreten. Die man auch durchaus teilen kann, wenn man noch bei Trost ist – und nicht FDP-Wähler.

  3. Jan Dark sagt:

    Ich bin kein Sozi. Aber diese FDP kotzt mich an. Erst wollte sie Opel in die Insolvenz führen, jetzt schickt sie Schlecker in die Liquidation und die Mitarbeiter zum Arbeitsamt. Die FDP kann keine Wirtschaft.

    Danke für die klaren Worte.

    • Franciele sagt:

      Sick in bed right now with cookbooks piled arunod me. But, I must confess, that even when I am not sick I have cookbooks in the bed with me. My poor husband has to push the cookbooks out of his way when he comes to bed at night. I’m hopeless, but happy. Thanks for posting this great looking recipe. I am excited to give it a try. There is no sin in ice cream in December–just curl up under a warm blankie, watch a favorite movie, and eat ice cream. ta da!

  4. Sanníe sagt:

    @Jan Dark
    Es ging bei der Auffanggesellschaft nicht darum, Schlecker zu retten. Warum sollte man das auch tun? Nicht mal die Konkurrenz hatte Interesse daran, was zu kaufen, weil da keine Werte sind.

    Die Auffanggesellschaft sollte die Verkäuferinnen “qualifizieren”. Bewerbungstrainings gibts aber auch von der Arbeitsagentur.

  5. Dirk Dotzert sagt:

    also das ist jetzt aber äpfel und birnen. wenn überhaupt. da sollte man schon präziser sein, finde ich, wenn man jemand an den karren fahren will … (ich bin weder sozi noch ‘liberaler’ oder so; aber mit solcher herbeikonstruierter kritik kommt man da nicht weiter … )

  6. Bunte sagt:

    Hallo Blogger,

    das Entscheidende der Wahl des Herrn Lindner auf Platz 1 der F.D.P.-Landesliste zur Landtagwahl in NRW am 13. Mai 2012 waren nicht die 99,7 Prozent, sondern das Datum: 1. April 2012

  7. C sagt:

    Lieber Mathias,

    Lindner sagte in mehreren Interviews, dass die Transfergesellschaft den Angestellten schaden würde, weil dadurch aus der Insolvenzmasse keine Abfindungen ausgezahlt werden, sondern ein höherer Betrag an die Banken ginge. Zudem wären die entstehenden Jobs nur für kurze Zeit. Er sagt daher es wäre für die Angestellten besser wenn sie die Abfindungen erhalten würde und über die Agentur für Arbeit neue Stellen finden würden.

    Keine Ahnung ob das stimmt, aber statt hier rumzunölen wäre es viel hilfreicher wenn du dem Lindner mal zuhörst und ihn dann inhaltlich widerlegst – oder ihm zustimmst, jenachdem was das richtige ist. Im Moment bist du nur voreingenommen und schadest der Demokratie in Deutschland.

    Hoffe du bist kritik- und lernfähig.

    /C

    • C sagt:

      Zudem es kein Verbrechen, sondern im Gegenteil völlig normal ist, dass junge Firmen Risikokapital erhalten und öfter auch mal pleite gehen, daher Risikokapital. Das ist nichts für das man sich rechtfertigen muss. Sicher auch nichts das einem eine besondere Qualifikation bescheinigt.

      Ohne Risikokapital gäbe es kein Facebook, Google, StudiVZ, Ebay, ….

    • Mathias sagt:

      19//

      Lieber /C, ich hoffe du verstehst, dass ich mir von Kommentatoren, die sowohl über eine falsche Email-Adresse, als auch über einen asiatischen IP-Anonymizer hier beitragen, ungern “Demokratieschädigung” nachsagen lasse.

      Trotzdem möchte ich kurz darauf eingehen: Allein in Baden-Württemberg klagen gerade 462 ehemalige Schleckerangestellte gegen ihre Kündigung. Ob sie Recht bekommen und wie hoch sich etwaige Abfindungen ausgestalten entscheiden jetzt die Arbeitsgerichte, während die Angestellten nach wie vor einer ungewissen Zukunft entgegen schauen. Dieser ungewisse Ausgang der Verfahren macht es potentiellen Bietern für Schlecker zu einem Risiko in Schlecker zu investieren. Penta, einer von fünf vermeintlichen Interessenten, hat schon hingeschmissen.

      Soviel zu Schlecker.

      Ausgangspunkt deiner Kritik ist aber meine Kritik an /C. Nun, es ist platt zu sagen, dass sogar die FDP-Steuererleichterung der Hoteliers auf Pump finanziert wurde, für eigene Klientelpolitik also genügend Geld da war, aber platt reicht´s schon zur Begründung. Wenn es um die eigenen Interessen geht, scheint der FDP vieles möglich, für andere immer weniger.

      Hoffentlich ist Christian Lindner /C kritik -und lernfähig, denn er ist eigentlich der Liberale, den ich noch am meisten mag und dem ich eine mittelfristige Neuaufstellung der FDP zutraue, sie mir sogar von ihm wünsche. Nur dann muss er auch wissen, dass Freiheit Verantwortung bedeutet. Verantwortung nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere.

    • Florian sagt:

      Die FDP hat sicherlich einige falsche Entscheidungen getroffen seit ihrer Wahl, aber die Entscheidung die Transfergesellschaft zu blockieren ist, wenn auch unpopulär, wirtschaftlich gesehen die einzig richtig Entscheidung. Die Jobvermittlung ist Aufgabe des Arbeitsamtes, eine Transfergesellschaft würde nur die Pleite subventionieren.

  8. Romel sagt:

    I tend to read cooking maaeizngs in bed; the cookbooks are too big and heavy sometimes. =) I really want to make some ice cream–it’s definitely been too long. I need to start with the recent TWD ice cream, but this is going to be high on the list after that.

  9. Sven sagt:

    There seem to be less of said free thinkers in CA than in NC. So far no one tried to cntaoct me. Or there’s such a lot of them that they don’t feel the need to unite and form networks.Concerning the stigma I found out that it does exist over here as well. My housemates told me that I shouldn’t state being atheist in an application for a room (which I had done in order to avoid living with religious freaks). On the other hand I didn’t receive any offensive comments for wearing a t-shirt with an inverted pentagram the other day. I reckon this would have been worse in other parts of the US.

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