Mathias Richel <mathias.richel@googlemail.com>
9. August 2012 12:59
An: redaktion@tagesschau.de

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der tagesWEBschau vom 08. August 2012 (Bericht “We shit the storm” http://www.radiobremen.de/tageswebschau/?datum=2012-08-08) berichten Sie über mutmaßlich künstlich generierte “Shitstorms” auf Facebook. Nach “tagesWEBschau-Recherchen” (sic!) soll hinter diesen Shitstorms eine Berliner Social Media Agentur stecken.

Sie werden sicher auf twitter und Facebook schon mitbekommen haben, dass Sie bei Ihren “Recherchen” einer Satire-Facebookseite mit dazugehörigem Blog aufgesessen sind.

Die Agentur selbst (http://www.tlgg.de/2012/08/09/shitstorm-happens/), als auch der Mitarbeiter der Agentur (http://weshitthestorm.wordpress.com/2012/08/09/achtung-satire-oder-wie-man-mit-3-followern-einen-shitstorm-ausloest/), der diese Satire-Seite betreibt, haben sich schon öffentlich dazu geäußert und Ihre “Recherchen” als schlecht und falsch beschrieben.

Wie die Agentur sich in diesem Fall weiter verhält, ist der Agentur überlassen. Allerdings blenden Sie auch mich mit meinen Klarnamen und einem Kommentar auf der Satire-Facebook-Seite ein und suggerieren mit Ihrem Off-Sprecher den Eindruck, dass ich 1. Mitarbeiter der Agentur bin und 2. mit diesen “Shitstorms” etwas zu tun hätte.

Der Eindruck wird noch redaktionell verstärkt, in dem Sie ein Agenturfoto zur Bebilderung nutzen und dabei auf einen Mitarbeiter zoomen, der meinem Profilfoto ähnlich sieht.

Ich stelle dazu ausdrücklich fest:

  1. Ich bin nicht und war nie Mitarbeiter dieser Agentur.
  2. Ich bin nicht der Mitarbeiter auf dem abgebildeten Agenturfoto.
  3. Ich habe weder besagte Shitstorms auf Facebook initiiert, noch bin ich an einer möglichen Initiierung beteiligt.
  4. Ich habe mich auch nicht durch Kommentare, Likes, Shares oder andere Aktivitäten inhaltlich an den Shitstorms beteiligt.

Da ich mich beruflich im Social Web bewege, mir über Jahre eine sehr gute Reputation bzgl. nachhaltiger Kommunikation im Netz erworben habe, beruflich auch im öffentlichen Kommunikationsbereichen arbeite und einige der von Ihnen benannten betroffenen Firmen zu meinem (ehemaligen) Kundenstamm gehören, bitte ich Sie binnen 24 Stunden diesen Bericht richtigzustellen, andernfalls sehe ich mich gezwungen meinen Rechtsbeistand zu konsultieren, da ich diese Reputation in Gefahr sehe und nicht mit Machenschaften in Verbindung gebracht werden möchte, die ich sowohl öffentlich als auch vor meinen Kunden immer aus sehr guten Gründen abgelehnt habe.

Ich behalte mir vor, diese Mail zu veröffentlichen.

Eine schnelle Nachricht würde ich begrüßen,
Hochachtungsvoll
Mathias Richel

PS: Nur ein bisschen “Recherche” hätte das alles binnen 0,29 Sekunden https://www.google.de/search?q=%22Mathias+Richel%22&aq=f&sugexp=chrome,mod=8&sourceid=chrome&ie=UTF-8 herausgefunden.

PPS: Wie kann man das nicht als Satire verstehen?

Nachtrag vom 10. August:
Mittlerweile hat die tagesWebschau die Folge durch eine neue Version ersetzt. Ohne Agenturfoto, ohne Scrolling und ohne meinen Namen. Aber mit einer neuen Off-Sprecherin.

“Sehr geehrter Herr Richel,

wir bedauern, dass Sie der Auffassung sind, durch unseren gestrigen “Shitstorm”-Beitrag könnte der Eindruck entstanden sein, dass Sie Mitarbeiter der besagten Agentur sind oder dass Sie in irgendeiner Weise an einem Shitstorm in verursachender Weise beteiligt waren. Wir sehen das nach wie vor anders.

Gleichwohl haben wir den Beitrag aus redaktionellen Gründen überarbeitet und das fragliche Facebook-Scrolling entfernt. Insoweit werden Sie nicht mehr in irgendeiner erkennbaren Weise in dem Beitrag erscheinen.”

Öffentlich hat die Redaktion das noch nicht erklärt.

Ein Frage bleibt noch:
Wenn das die Redaktion “nach wie vor anders sieht” (das “nach wie vor” erklärt sich mir nicht – zu mir hatte die Redaktion vorher noch keinen Kontakt aufgenommen und sie haben sich auch nicht andersartig öffentlich geäußert), was sind dann “redaktionelle Gründe”?