Der Fisch stinkt vom Kopf her.

Ich bin durch und durch gelernter Werber und ich liebe es. Ich habe vieles gesehen, mich oft fremdgeschämt, aber das ist das widerlichsteauf so vielen Ebenen schlechteste Stück, was seit langem Agenturräume verlassen hat. Herzlichen Glückwunsch, KMS. Das bleibt für sehr lange Zeit eine Benchmark auf der nach unten offenen Skala. Ein Toll auch an dich Nordsee und Respekt an eure Marketingabteilung: 1992 hat angerufen und möchte seine schlechten Kampagnen zurück.

Quelle: horizont.net

Kurzes Update in drei Punkten:

50 Antworten zu “Der Fisch stinkt vom Kopf her.”

  1. Laser sagt:

    Werbetechnisch perfekt!
    Inklusive Streisand-Effekt – was will ne PR-Agentur mehr?

    • Mathias sagt:

      Schlechte PR ist keine gute PR. Das ist ein Märchen, dass dir jeder aus der Praxis gern entzaubert.

  2. Chio sagt:

    Ich starrte auf das Datum des Blogs, ich googelte die Kampagne, aber ja, es stimmt. Das hat die Nordsee wirklich auf die Menschheit losgelassen, wie haben 2013. Extrem unappetitlich neben der sexistischen Komponente auch die Kombi Fisch-Frau. Nicht zu fassen.

  3. Juka sagt:

    … das gleiche Plakat gibt es auch mit einem Mann drauf.
    Macht’s nicht besser, aber es ist wenigstens universell und nicht selektiv abstoßend.

    • Mathias sagt:

      Ich habe es jetzt mit eingefügt. Aber das macht tatsächlich nichts besser.

  4. Danke für’s drauf Aufmerksammachen, kommt gleich in meine Sammlung zu unterirdischer Werbung.

    @Juka – Ja, das ist die neue Masche, dass sexistische Poster angeblich damit „neutralisiert“ werden, dass man auch Männer so zeigt. Aber viele machen es dann so, dass die Plakate mit den Frauen drauf sehr viel häufiger geschaltet werden. Weiß natürlich nicht, ob das in dem Fall auch so ist, müsste man mal überprüfen.

    Aber du hast recht, es macht es ohnehin nicht besser.

    • Sven sagt:

      Sexismus ist nicht geschlechtsgebunden frauenfeindlich, nur mal so als Reminder.
      Das Plakat mit Mann ist genauso sexistisch wie jenes mit der Frau.

    • Mathias sagt:

      @Sven Genau deshalb sind auch beide oben zu sehen.

  5. Hallo Namensvetter,

    ich hatte Dir die Info auch vorhin getwittert, die offenbar noch nicht viele realisiert haben: Nordsee gehört mit zur Unternehmensgruppe von Heiner Kamps. Der Inhaber der verantwortlichen Agentur, die diesen Pitch gewonnen hat, KMS in Düsseldorf, ist – sein Sohn, Sebastian Kamps.

    Mehr muss man dazu nicht sagen, denke ich.

    • der*andre sagt:

      Danke Matthias, spannende Info. Das ist vor allem auch noch der Mann von Gülcan Kamps von dessen Agentur diese „Idee“ kommt. Das war bestimmt ein spannender Pitch! :(

    • Mathias sagt:

      Dass das irgendwie komisch riecht – klar, geschenkt. Trotzdem könnten die ja eine gute Kampagne machen.

  6. frank sagt:

    Wenn man lange genug mit der Hygiene wartet, macht die Kombo aus Fisch und Mann auch Sinn.

  7. QQ sagt:

    Guckt mal im Impressum, wer GF bei KMS ist ;). Wer erwartet denn da eine professionelle Arbeit? Zuviel Mehl ins Näschen bekommen.

  8. Eric sagt:

    1980 hat angerufen und möchte seine „xy hat angerufen“ witze zurück. :D

    • Mathias sagt:

      Und das Internet hat zurückgerufen und fragt nach einem weiteren erwartbaren Kommentar. ;)

  9. Die einzige Möglichkeit, sich wirklich gesund zu ernähren, ist vegan zu leben!

  10. Oschmie sagt:

    „… und an dem Gewinnspiel „Zeig mir deinen Flip“ teilnehmen können.“
    Und der hängt hinter der Banderole oder was. Ey, ich fass es nicht.

  11. Micha sagt:

    Sehr sehr unterhaltsam das anze hier. Immer wieder lustig, wie werber (ich bin übrigens auch durch und durch, von kopf bis fuß, von links nach rechts und von oben bis unten gelernter werber) sich gegenseitig nieder machen müssen. und ich dachte immer kreative leute sollten (anders als bei anwälten oder in der mafia) besser miteinander arbeiten. hab ich mich wohl getäuscht. aber bleiben wir beim Thema.

    Vielleicht ist es genau das, was die Kampagne bewirken will. Polarisieren. Natürlich hätte genau dieses statement jeder von uns gesagt, wenn er selber so in kritik geraten würde….äh…“wollte ich doch genau so“. „Even bad PR is …..jajajajajaaaa….. Floskel bla… Muss man sagen, weil es so geschrieben steht.“ hm….

    Hier kommen wir nicht weiter……kommen wir weiter? Werber vs. Werber?

    Einerseits nicht fähig kontruktive Kritik zu geben. Die andere Seite dann aber auch nicht dazu fähig sich diese objektiv zu Herzen zu nehmen.
    Ich hätte die Kampagne auch so nicht gemacht, aber ich beschwere mich auch nicht ohne Argument.

    Ich hätte gerne eine Begründung, warum … Mattes das geht an dich (ich darf doch Mattes sagen?)… warum es das schlechteste deiner gesamten Karriere bis dato ist (es wird definitiv immer ein weiterer superlativ kommen). Geht das klar?

    Ach ja, meine zufällige groß und Kleinschreibung ist Kampagne für mich selbst – oder auch nicht. Je nachdem was cooler ist und mich ins gerede bringt.

    Am lustigsten finde ich allerdings von allen Kommentaren hier den zum Thema „gesündestes Essen“.

    „Vegan.“ sagt jemand, der sich FischersFritz nennt :-) Merkt ihr was?

    Oder ist das so gewollt? Und vielleicht Kampagne? Dann find ich das wieder super genial. Aber auch nur, weils noch kein anderer vor mir gesagt hat. Wäre ich nicht der erste gewesen hätte ich wahrscheinlich meine Sherlock Mütze aufgesetzt, die Lupe noch einmal angespitzt und mich auf die Lauer gegooglet, wer denn wohl hinter der FischersFritz Kampagne steckt, um einfach noch mehr Insider zu sein als mein Neben-Werber, um dann die Intriegen aufzudecken. Oder war die ganze Aufregung dann vielleicht gewollt… und somit wieder voll kreativ?

    Ich bin verwirrt.

  12. Micha sagt:

    Müssen hier Kommentare erst freigeschaltet werden oder wird hier zugunsten des Authors zensiert?

  13. Andreas sagt:

    Werbung ist Werbung und Geschmack ist Geschmack.

    Was hat man sich über die Benetton-Werbung aufgeregt. Und 2012 hat der Macher eine 5-teilige Serie auf Arte mit Fotokunst gebracht. Übrigens eine ziemlich gute.

    Werbung richtet sich meistens nicht an das anspruchsvolle Puplikum, sondern an die Masse. Aber selbst Werbung für klassische Musik kam schon so daher wie die von Nordsee. Natürlich ist die Sache mit dem Fisch und der Position des Spruchs so eine Sache… aber wohl eine gewollte Provokation. Und: Hier wird Fastfood verkauft und kein Kaviar.

    Viele Grüße
    Andreas Jell

    • Mathias sagt:

      Für Fastfood ist okay, was bei Kaviar nicht ginge? Sexismus ist keine Frage des Geschmacks. Und diese Kampagne mit Benetton zu vergleichen, adelt diese Stockmontage da oben zu Unrecht.

  14. Das ist nicht witzig, das ist keine Werbung.

    Da wollte jemand an das tolle Motiv von sunpoint und
    dem nackten Brathuhn anklöppeln. Und hat es auch
    geschafft, das noch zu unterbieten.
    Respekt an die Agentur, die ihren Namen dafür hergegeben hat.

  15. Andreas Jell sagt:

    Hallo Mathias, hallo Conin,

    ich habe nicht mit Benetton verglichen, wie kommst Du darauf? Es geht mir einfach um die unnnötige Aufregung. Diese resultiert vielleicht auch aus dem Neid des einen oder anderen, einen so bekannten Kunden nicht bekommen zu haben. Wo es doch scheinbar so einfach ist…

    Denken wir auch an die legendäre Afri-Cola-Werbung. Auch dies gilt als Ikone der Werbegeschichte und hat gleich mehrere Tabus gebrochen.

    Werbung heute ist sehr vorsichtig oder einfach langweilig. Versucht mal, eine spannende Werbung für das Massenprodukt Handy zu finden. Es wird euch nicht gelingen.

    Etwas mehr Mut würde hier gut tun, wenn vielleicht auch nicht gerade so.

    Aber diese Werbung fällt auf, wie auch immer. Und so hat sie ihren Zweck erfüllt. Was aber keinesfalls sagt, dass mich diese Werbung anspricht!

    Viele Grüße
    Andreas Jell

    • Mathias sagt:

      Total einverstanden. Aber wo ist das denn da oben ein Beispiel für Mut? Kein Applaus für Scheiße und sie fällt doch vor allem in der Kritik auf. Da bleibt doch keiner vor stehen und denkt sich: Wow, das ist jetzt aber mal mutig. Sondern doch eher so: WTF? Und das meint nicht das kaufauslösende, neugierig machende WTF.

  16. Andreas sagt:

    Mathias, ich schrieb:

    Etwas mehr Mut würde hier gut tun, wenn vielleicht auch nicht gerade so.

    Um es zu präzisieren: Ich finde die Nordseewerbung keinesfalls mutig. Ehrlich gesagt würde ich sie gar nicht wahrnehmen – weil es schon 100.000fach so gemacht und gesehen wurde.

    Aber anscheinend war ja jemand überzeugt von dieser Idee. Wenn (?) diese Werbung erfolgreich sein sollte, stellt doch niemand mehr die Frage nach „Geschmack“.

    Muss es auch nicht – denn diese Werbung zielt auf Fastfood-Consumer. Wobei die Werbung der größten Fastfood-Kette eindeutig besser ist als das dort beworbene Essbare ;-)

    Viele Grüße
    Andreas

  17. christoph sagt:

    warum so viel aufwand für eine durchschnittlich schlechte kampagne? pitch verloren? fisch phobie? gleich zwei posts bei facebook und blogpost. ist es das wert? ach, und noch eine frage: du bist werber und du liebst das? orly? das tut mir dann wirklich leid, wenn das keine notlüge ist.

  18. Natürlich trägt diese Werbung nicht einem sauberen Imageaufbau bei. Wiederum sind biologisch vorprogrammierte Aktivierungsmechanismen wirksam und unterliegen kaum einer Abnutzung. Daher kann man der Werbung die Aufmerksamkeitswirkung nicht absprechen, die frage ist halt trägt es wirklich zum gewünschten Image bei, lautet die Positionierung von Nordsee „wir sind der sexy Fisch?“. Ich finde es immer wieder traurug wie wenig auf den Markenaufbau geachtet wird.

  19. annette sagt:

    Alter Schwede, das stinkt!
    Danke für’s Aufmerksammachen, so weiß ich wenigstens bald, bei welchem Plakat ich demnächst ganz schnell die Augen schließen muss. Aua.

  20. Timo sagt:

    Das Ding bei solchen Kampagnen ist folgendes: Leute wie Du bloggen darüber und somit sind unter anderem die Anforderungen an eine Kampagne bereits erfüllt.

    :)

  21. Die Kombi FISCH und NACKTER KÖRPER ist einfach unappetitlich! Auch gleich noch mit „Zonen-Markierung“ durch das Banner – iiiiigittttttt!!!!

    Was haben die sich nur dabei gedacht?

  22. drikkes sagt:

    In keinem Blogpost und den dazugehörigen Kommentaren einen Witz über die QR-Codes auf den Plakaten gefunden. Es geht zuende …

    • Mathias sagt:

      Genau das Gleiche schon gedacht. Ich bin ein wenig enttäuscht vom Basement. :D

  23. Alex sagt:

    Da fällt mir dieser Popsong zu ein, lange her… „There are tow things in the world that smell like fish, and one of them is fish….“
    Vielleicht lief der gerade im Radio, als die Kreativen von der Idee überrumpelt wurden! :-)

  24. der nordsee-besitzer kamps und der agenturgeschäftsführer kamps sind zufällig verwandt?

  25. Nicholas sagt:

    Hätte kurz wer Interesse mir das Problem der Werbung zu vermitteln?

    Für mich nicht-Werber erzeugt das Bild potenziell Aufmerksamkeit und Aufmerksamkeit ist doch soweit Primärziel von Werbung?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.