Als PEER mir einmal ein Lied geschrieben hat.

Ab morgenheute ist das neue Album ‚Galaktika‘ der wunderbaren Berliner Band PEER erhältlich. (amazon-Link, iTunes-Link)

Das Album wurde auf Startnext durch Crowdfunding ermöglicht. Knapp 6000€ kamen zusammen, 4000€ waren geplant. Ich habe auch ‚gefunded‘, weil ich mag, was sie tun. Außerdem habe ich ich im letztem Jahr mit Daniel von Fromberg (Gitarre und Mitgesang) an ganz heißen Eisen zusammengearbeitet. Das schweißt zusammen. Jetzt hat PEER ihrerseits ihr Crowdfunding-Dankeschön umgesetzt und mir meinen eigenen Song geschrieben. Das Lied heißt ‚PUMPEN‘.

Der Text stammt von Daniel und ist gespickt mit ganz persönlichen Insidern und wahren Geschichten, die den Song wirklich wichtig für mich machen. Ich bin ganz gerührt.
Hier könnt ihr ihn euch anhören. Danke Daniel, danke PEER!

Gewinne! Gewinne! Gewinne! – Hier gibt es was zu gewinnen!

Aber nicht für euch, sondern nur für meine Crew. Aber ihr müsst uns dabei helfen!

Wie ihr wisst, macht das Snowboardfieber gerade wieder Hitzewellen. Und die erste Tour zum abkühlen im Schnee haben wir schon hinter uns: Nämlich mit dem CHB-Boardshop ins Kaunertal zum Materialtest und anpowdern. Jetzt machen die zusammen mit Burton einen Videocontest und wir finden, unser Video sollte dabei gewinnen. Dafür brauchen wir bis Sonntag, den 15.12.13 23 Uhr so viele Klicks wie möglich! Bitte helft uns dabei.

Also einfach hier anklicken, Video schauen, unten die Twitter und Facebook-Buttons nutzen und mein ewigen Dank sicher sein.

Shred it!

PS: Ich weiß nicht einmal, was es zu gewinnen gibt. Irgendwas von Burton, aber das ist auch zweitrangig. Gewinnen macht aber Spaß und ist Lohn für die viele Arbeit im Vid und im Schnee.

140 Sekunden: Im Wahlkampf mit mir selbst.

Vor ein paar Wochen haben Mia Meyer und ich für ‚140 Sekunden‚ ein kleines Stück gedreht, warum ich meine Follower_innen und Facebook-Freund_innen während der Wahlkampfphasen so hart nerve. Die Antwort darauf hat es zwar nicht in den Film geschafft, aber zumindest oute ich mich als komplett irre.
Und ganz nebenbei lernt ihr auch noch das wunderbare ‚Slörm‘ und dessen Besitzer Stefan kennen (Prenzlauer Berg, Danziger Straße 53, 10437 Berlin), in dem ich mir jeden Morgen meinen Milchkaffee hole. Das solltet ihr auch tun.

(‚140 Sekunden‘ ist Teil vom großartigen ‚Elektrischen Reporter‘, den ihr auf ZDFinfo oder hier nachsehen könnt.)

Salto Mortale.

Der Artist steht oben auf dem Podest,
hoch über allen Köpfen.
staunend schauen Augen rauf,
muss einfach nur noch hüpfen.

Gehalten von nur dünnen Seilen,
schwingt er schon auf und nieder,
erst ganz langsam, wenig, zögernd gar,
dann viel schneller und immer wieder.

Auf der anderen Seite wartet sie,
schwingt gleich von rechts nach links,
in die Mitte müssen beide,
irgendwann gelingt’s.

Unter dem großen Zirkusdach,
schwingen beide nun hin und her,
die Augen schauen staunend rauf,
erwarten aber mehr.

Als beide dann im Rhythmus schwingen,
kommt bejubelt das Finale,
und beide in die Manege springen,
Applaus für den Salto Mortale.

Auch dieses Mal springen sie,
wie schon hundert Mal,
aber er schaut sich um, verfehlt den Punkt,
bringt beide so zum Fall.

Das Publikum schaut nun entsetzt,
der Schreck macht alles laut,
gesichert liegen sie im Netz,
auf’s Podest geht’s nie mehr rauf.

It’s just to strap in.

„There is only one trick, you know?“

„What is the one trick?“

„The one trick? It’s just to strap in.“

— Nicolas Müller („Never Not Part2″)

Meine Timeline hat es nicht leicht mit mir. Alles voll Politik, besonders schlimm in Wahlkampfzeiten, dazwischen immer HipHop und immer zu dieser Jahreszeit Snowboardzeugs. Die eins, zwei neunmalklugen Sprüche und halbgaren Witze reißen es dann auch nicht raus. Allerdings könnte man mir das alles nehmen, wenn nur das Brett bliebe.

Pünktlich, immer Anfang November, merke ich es körperlich. Nicht in den Beinen, nicht unter den Füßen und nicht im Rücken – sondern im Bauch. Ich möchte raus in den Schnee. Wer es noch nie gemacht hat, dem ist das schwer zu erklären. Dabei helfen auch nicht die unzähligen Snowboardvideos, die jetzt überall sind.

Es ist die totale Konzentration und dabei diese Freiheit, die dich an nichts anderes denken lässt, als diesen einen Abhang, diesen einen Berg zu nehmen und das Wissen, dass der Berg immer stärker ist als du.

Als Berliner Flachlandtiroler kommt man ja nur leidlich in angemessen verschneite Höhen. Diese Saison sieht es für mich ein wenig anders aus. In 10 Tagen geht es schon einmal zum anboarden ins Kaunertal. Organisiert vom CHB. Die hatten an diesem Wochenende auch das 1. Berliner Snowboardfilm-Festival organisiert. Neben den Must Have-Vids dieser Saison, waren auch zwei Filme von René Eckert zu sehen.
(Der Herr macht auch andere sehr, sehr nice Filme.)

Auf jeden Fall zeigen diese beiden Filme ziemlich genau das, was ich oben nicht beschreiben konnte. Die Perspektive macht es möglich. In zwei kurzen Dokus geht es um Snowboarding in China und Lesotho (Afrika). Es geht gar nicht um großartige Snowboardaction, sondern darum, was Snowboarding für die Menschen bedeuten kann, die es machen. Passion hört man in diesem Zusammenhang immer wieder.

Mich haben diese Filme am meisten von allen gezeigten beeindruckt. Unbedingt anschauen!

SLEEPING GIANTS (China)

Das Video ist leider nur der Teaser, aber für 0,99$ könnt ihr euch das Ding hier eine Woche lang auf Vimeo ausleihen.

Schön war auch, als René erzählte, wie er in China zum ersten Mal in seinem Leben einen Filmriss hatte und am nächsten Morgen nackt mit einer Frau in der Badewanne aufwachte, über und über mit Nudeln bedeckt. Im gesamten Zimmer waren überall Nudeln. Chinese Hangover.

IN SEARCH OF FIRE (Lesotho)

It’s just to strap in.

Neun realpolitische Gründe, die momentan gegen Rot-Rot-Grün sprechen.

Neun realpolitische Gründe, die momentan gegen Rot-Rot-Grün sprechen. Jeweils drei für jede Partei aus Sicht der Partei:

SPD:

1. Die SPD hat diese Koalition in diesem Wahlkampf ausgeschlossen.
Das kann man richtig finden, oder nicht, aber es ist ein Fakt. Es ist eben nicht so, dass die Mehrheit der Menschen sich diese Koalition wünscht. Weder die Wählerinnen und Wähler, noch die Mitglieder der SPD. Das kann man über die nächste Legislatur ändern, inhaltlich vorbereiten, um diese reale Option den Menschen schmackhaft zu machen – im Moment gibt es weder das eine noch das andere. Die SPD sollte jetzt beginnen, daran zu arbeiten.
Hessen kann dafür ein Grundstein sein.

2. Rot-Rot-Grün hat eine Acht-Stimmen-Mehrheit.
Das ist zu wenig aus Sicht der SPD, um dieses bisher einmalige Experiment gleich auf Bundesebene zu wagen. Während sich alle drei Parteien wahrscheinlich auf viele innenpolitische Themen einigen könnten, sieht es bei Europa finster aus. Zwei naheliegende Beispiele: Das nächste Rettungspaket für Griechenland steht vor der Tür, der Drops ist noch lange nicht gelutscht und an den türkischen Grenzen stehen deutsche Flugabwehrraketen, um syrischen Flüchtlinge und türkische Dörfer vor Assads Angriffen zu schützen. Sobald nur diese beide Dinge wieder zur Abstimmung stehen, wahrscheinlich schon im ersten Jahr der Regierungszeit, ist diese Acht-Stimmen-Mehrheit weg und diese Regierung Geschichte.

3. Popcorn für alle, für die SPD nur die Kerne.
Während sich natürlich viele Menschen den Versuch wünschten, oder wenigstens Sondierungsgespräche, hat die SPD dabei nichts zu gewinnen. Sie müsste sich in eine Koalition begeben, in der eine Vielzahl der Mitglieder der zweitstärksten Kraft die SPD ablehnen, teilweise zutiefst hassen. Die Linke wäre für die SPD die Opposition in der Regierung, immer versucht die Koalition platzen zu lassen. Die SPD würde sofort sowohl in der Mitte, als auch im konservativen Lager massiv Stimmen verlieren, wegen des „Wortbruchs“ und später im linken Lager, wenn diese Regierung platzt. Daran hätte in der Interpretation immer die SPD Schuld.

Die Linke:

1. Regieren ist Mist!
Dort, wo die Linke im Land mitregiert, verliert sie Stimmen. Regieren ist handeln und bedeutet verantwortlich gemacht werden. Die Linke ist geformt durch die Opposition, sie ist aus ihr heraus geboren. Die Linke ist dann stark, wenn sie der SPD vorhalten kann, nicht mehr sozialdemokratisch zu sein. Sie ist dann stark, wenn sie die Europapolitik der Regierung ablehnt. Sie ist dann stark, wenn sie sich gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr stellt. Diese Stärke würde sie mit Regierungsverantwortung sofort verlieren.
Das wissen auch die Linken.

2. Mitten in der Krise.
Die Linke erlebt gerade die schwerste Zeit, seit ihrer Gründung. Sie ist eine zutiefst gespaltene Partei. Das zeigte sich überdeutlich bei der Wahl von Kipping und Riexinger. Und der Wähler hat sie dafür auch bei der Bundestagswahl abgestraft: über 3% minus im Vergleich zur Wahl 2013, jetzt nur noch einstellig. Die Gedankenspiele um rot-rot-grün überdecken gerade, dass die Linke vor einer Zerreissprobe steht, bei der nicht sicher ist, ob es die Partei in dieser Form in zwei Jahren überhaupt noch geben wird.
Es stehen sich mindestens zwei, manche sagen drei, unterschiedliche Lager unversöhnlich gegenüber und es ist überhaupt noch nicht klar, wer am Ende die Oberhand behält. Eins steht aber fest: Diejenigen, die zuerst die Hand bei einem Koalitionsvertrag heben würden, haben innerparteilich schon verloren.

3. Keine Protestpartei mehr.
Am meisten Stimmen abgegeben hat die Linke im Vergleich zu 2009 an die SPD. Nämlich 13,15%. Für viele ehemalige SPD-WählerInnen, die aus Protest zur Agendapolitik ihre Stimme der Linken gegeben haben, ist die SPD mit ihrem Wahlprogramm 2013 wieder wählbar geworden. Außerdem hat sie über zehn Prozent an das Lager der Nichtwähler verloren. Also sind insgesamt knapp 1/4 der Stimmen weg, weil man der Linken den Protestcharakter nicht mehr zuschreibt. Zusätzlich sind fast 7% der Stimmen von 2009 an die AfD gegangen. Das ist der neue Protestplayer im Feld. Mit einer Regierungsbeteiligung wären diese Zahlen noch drastischer und die Linke höchstwahrscheinlich nicht einmal knapp, sondern sehr deutlich unter der 5%-Hürde.

Bündnis90/Die Grünen:

1. Platz Drei.
Das die Grünen erst am Ende dieser Liste kommen hat einen Grund: Sie wären rechnerisch der kleinste Partner in einer rot-rot-grünen Koalition. Das bedeutet: Die Grünen, die immer einen klaren Regierungs- und Gestaltungswillen benannt haben, müssten einer reinen Oppositionspartei den Vortritt lassen: Bei den Themenverhandlungen und bei den Ministerien. Rot-rot-grüne Koalition sind für die Grünen dann machbar, wenn sie selbst bei rund 14% stehen. Das ist das legitime Rollenverständnis und würde auch der Gewichtung innerhalb einer solchen Koalition bei den Wählerinnen und Wählern am nächsten kommen. Allein, die Zahlen geben es 2013 nicht her.

2. Die Sozialdemokratisierung der Grünen ist gescheitert.
Während die SPD Steuererhöhungen in ein Wahlprogramm schreiben kann, weil man ihr das inhaltlich abkauft und vor allem die eigenen Wählerinnen und Wähler nicht verschreckt, wildern die Grünen damit im ureigenstem Milieu. Die Grünen sind die Partei der Besserverdienenden und das ist gar nicht schlimm. Nur, dazu braucht es die Grünen der Mitte, die auch strukturkonservative Klientele bedienen. Eine rot-rot-grüne Koalition würde die Rückbesinnung auf grüne Kernthemen und die bürgerliche Mitte fast unmöglich machen und die Grünen für fast die Hälfte ihrer vormaligen Wählerinnen und Wähler unwählbar.

3. Schwarz-Grüne Machtoption.
Der schnelle Rücktritt der vormaligen Führungsriege der Grünen und die Töne, die jetzt einen neuen „Kurs der Mitte“ aus der Grünen-Fraktion heraus formulieren, machen eines klar: Zumindest als Option möchte man sich Schwarz-Grün nicht verbauen. Es ist überhaupt nicht sicher, ob die SPD einem Koalitionsvertrag mit der Union zustimmt, oder ob die Union sich überhaupt soweit nackig machen möchte, dass die lieben Genossinnen und Genossen einen Koalitionsvertrag überhaupt in Erwägung ziehen. Dann sind die Grünen am Zug und sie würden reden. Denn lieber Juniorpartner in der Regierung mit klarem Fokus Energiewende und damit endlich wieder eine Profilierung im Kernthema plus sich der bürgerlichen Mitte als wählbare Alternative zur FDP präsentieren: All das klingt deutlich besser als das Wagnis RotRotGrün.

Fazit.

Niemand, wirklich niemand in den drei Parteien, der sich ernsthaft damit strategisch beschäftigt, möchte unter diesen Vorzeichen eine RotRotGrüne-Koalition. Wenn diese jetzt scheitern sollte, weil all diese neun Vorraussetzung dagegen stehen, ist diese Machtoption für sehr, sehr lange Zeit weg. Das möchte auch wiederum keiner. Also gilt es jetzt: Linke Mehrheiten in den eigenen Parteien stabilisieren, Fallstricke ausräumen und frühzeitig zur nächsten Bundestagswahl als ein mögliches Ziel ausgeben. Die Zeit des Ausschließens ist vorbei, möchten alle drei Parteien eine linke Machtperspektive für die Zukunft.