Unboxing Wired – Update: Jetzt auf YouTube.
Ab heute ist die erste deutsche Ausgabe der Wired im Handel. Und so packt man sie richtig aus:
UPDATE: TwitVid hat augenscheinlich das Original-Video, das innerhalb von nur 12 Stunden über 2.000 Views bekommen hatte, gelöscht. Deshalb jetzt noch einmal auf YouTube.
Wandel durch Annäherung. Streiten über Netzpolitik.
Aufgrund der Diskussionen in den letzten Tagen rund um den SPD-Musterantrag zur Vorratsdatenspeicherung und den damit verbundenen Positionen, frage ich nicht, wo wir stehen, ich frage:
Wo sind wir eigentlich?
Ich bin SPD-Mitglied. Diese Wahrheit gelassen auszusprechen, ist für einige netzpolitische Aktivisten Anlass genug, schon „einmal ein paar Eier warm zu stellen“. Der Satz ist auch geeignet dazu, Hohn und Spott zu generieren, oft genug pure Verachtung. Und natürlich kann ich das nachvollziehen. Aber es gibt Grenzen.
Und wenn du nicht willig bist, gebrauch ich Gewalt.
Wer anderen damit droht, sie aufgrund unterschiedlicher politischer Meinungen anzugreifen, hat die Legitimität von Kritik, Protest und jemand Scheiße finden weit hinter sich gelassen und die Welt des Schmerzes betreten, egal wie flapsig, vermeintlich witzig oder sonst was es gemeint war.
Zeit, dass sich was dreht.
Nun mag man davon halten, was man möchte, aber für mich ist es eine weitere Variable, in einer scheinbar nicht lösbaren, aber durch die vielen Variablen immer komplexer werdenden Gleichung und ich verliere zunehmend die Lust, dieses Spiel mit zu spielen, schon gar nicht nach diesen Regeln.
Wir alle sind uns einig darüber, dass die Digitalisierung unserer Gesellschaft rasend schnell voranschreitet und das diese Tatsache grundlegende Veränderungen für dieses Gefüge bedeutet. Aber ich bezweifle, dass alle begriffen haben, was daraus für eine immense Verantwortung erwächst und zwar nicht nur für den einzelnen, sondern schon heute, von all diejenigen, die diese Entwicklung aktiv begleiten und gestalten möchten. Und damit meine ich alle Beteiligten, egal auf welcher Seite sie sich verorten, auf welcher Mailingliste sie stehen oder welche Umlaufmappen sie vorgelegt bekommen. Im Gegenteil, netzpolitische Verortung wird zunehmend zu einem Gesinnungstest.
Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich.
Die einen sind froh, wenn man nicht vom „AK Vorrat“ ist, sondern miteinander „differenziert argumentieren“ kann und die anderen würden erst gar nicht mit denen reden. Jeder pflegt seine Achse des Bösen und nicht mal dieser Frontverlauf ist sauber getrennt. Untereinander wird sektiert, was die Spaltaxt hergibt und wer nicht sofort egal welcher Maximalforderung zustimmt, ist ein „Verräter“.
Und auf dieser Basis, soll Netzpolitik oder noch pathetischer, die digitale Gesellschaft gestaltet werden? Ich glaube nicht, Tim.
Schlimmer noch, als sich nicht zu positionieren,
ist realpolitisch zu argumentieren.
Ich kann nicht verstehen und ich werde es auch nie können, wie der Ruf nach Beteiligung, nach Partizipation und Transparenz mit einer solch gering ausgeprägten Dialogbereitschaft einhergehen kann. Wie echte Veränderungen oder womöglich die ein oder andere politische Utopie realisiert werden soll, wenn man nicht miteinander ins Gespräch kommt.
Natürlich wird viel miteinander und untereinander gesprochen und zugehört, aber verstanden wird wenig. Es geht oft nur darum, Quotes oder Positionen zu entlarven, die nicht der jeweiligen Maximal-forderung entsprechen und diese zu brandmarken. Ich halte das für eine Sackgasse, übrigens auf jedem politischen Themenfeld.
Ich anerkenne, dass alle beteiligten Seiten, aus ihrer Sicht berechtigte Forderungen formulieren. Nur, dabei darf es doch nicht bleiben. Ich bin der festen Überzeugung, dass eine der größte Errungenschaften einer funktionierenden Demokratie die Fähigkeit zum Kompromiss ist. Aufeinander zugehen, die Debatte, der Austausch von Argumenten und das finden einer gemeinsamen Linie. Aber allein diese Überzeugung ist für viele nicht tragbar und die extremistischste Position überhaupt: Sie ist realpolitisch.
Der dritte Weg.
Ich versuche ihn zu gehen, diesen dritten Weg, auch wenn mir bewusst ist, dass dieser Begriff schon zum scheitern verurteilt ist. Aber die Vermittlung von Inhalten, echter Dialog, der Austausch mit so vielen Vertretern unterschiedlichster Meinungen und Positionen und das Finden einer gemeinsamen Linie, dass ist die einzige Richtung in die ich laufen möchte.
Ich bin Sozialdemokrat genug, um es mit Willy Brandt zusammen-zufassen: „Wandel durch Annäherung“. Er beschreibt die schrittweise Überwindung des Status Quo.
Nur eine Frage der Definition, Google?
“Ein Monopol (altgriechisch von μόνος (monos) = „allein“ und πωλεῖν (pōlein) = „verkaufen“) nennt man eine Marktsituation (Marktform), in der für ein ökonomisches Gut nur ein Anbieter vorhanden ist.”
- zitiert
“Die Diktatur (v. lat. dictatura) ist eine Regierungsform, die sich durch eine einzelne regierende Person, den Diktator (→ Führer), oder eine regierende Gruppe von Personen (z. B. Partei, Militärjunta, Familie) mit unbeschränkter Macht auszeichnet.”
- zitiert
Oder eine Frage der Zeit?
WIR WÄHLEN DEN BOKELBERG!
Wir?
Du und ich.
Warum?
Weil wir es können.
Nee, im Ernst, warum?
Weil wegen Nilz im Fernsehen.
Wo?
Bei ZDF Neo.
Aber das ist doch eine hässlichen Vollflash-Seite,
wie soll ich den Nilz da ohne Direktlink von dir finden?
Seine Sendung heißt Moviacs. Das bekommst du schon hin.
Aber das geht ja noch gar nicht?
Ja, erst ab Samstag.
Aber schreib’ dir das schon einmal hinter deine Ohren.
Hä?
Deine Mutter!
Wo soll ich noch mal wählen?
Man, hier.
Und warum noch mal?
Wegen Nilz.
Hä?
Ach kacke, guck den Trailer.
Moviacs Trailer from strandgutmedia on Vimeo.
Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität in der digitalen Gesellschaft.
Das ist mal ein Titel. So muss sich das lesen, was ein echtes netzpolitisches Grundsatzprogramm der SPD sein will. Drunter geht es auch nicht. Der Gesprächskreis “Netzpolitik und digitale Gesellschaft” (dem ich angehöre) hat heute einen ersten Entwurf für den Antrag veröffentlicht, der zum Bundesparteitag im Dezember eingereicht werden soll. Klar ist auch, dass ein solches netzpolitische Grundsatzprogramm an vielen Stellen ohne tagespolitischen Bezug auskommen muss, es soll die Flanken definieren, so wie ich es mir schon vor einiger Zeit einmal laut und deutlich gewünscht habe.
In meinem naiven Glauben und mit meiner kindlichen Hoffnung versehen, kann ein solches Grundsatzprogramm dann nämlich tagesaktuelle, netzpolitische Themen begleiten, entlang dieser erstmals festgeschriebenen sozialdemokratischen, netzpolitischen Werte.
So dass nicht jeder Netz-Move der Parteivorderen eine Rolle ins Abseits ist.
Aber es gilt auch: Grundsatzprogramme sind kein Gesetz. Grundsatzprogramme sind eben Flanken und jede Flanke wurde schon einmal durchbrochen. Nur, wenn diese Tatsachen uns bremsen oder aushebeln könnten, sollten wir uns die Arbeit sparen. Nein, es geht um nichts weniger als einen Kulturwandel in der SPD. Auch manifestiert in diesem Antrag.
Dieser erste Entwurf steht ab jetzt kommentierbar im Netz und wartet auf eure Hinweise, Anregungen und Korrekturen.
Und mehr noch: Der Antragspunkt „Arbeit und Wirtschaft in der Digitalen Gesellschaft“ soll via “Adhocracy“ von euch erarbeitet werden. Das finde ich mutig und einen wichtigen Schritt für diese Partei. Hier könnt ihr euch beteiligen -> http://onlineantrag.spd.de/
Wohl an! Jetzt Ihr!


