Sommer.
Sommer ist, mit ihr in die Karre zu steigen und über das Land zu fahren. Richtig Kilometer machen, niemals Autobahn. Irgendwo anhalten, wo riesige Kühe darauf warten, das der Herbst kommt. Sommer ist, das Handy auszumachen und die Musik aufzudrehen. Sommer ist, mit ihr das Zelt aufzubauen und zu grillen. Der Sommer ist kitschig, aber das ist ja das Tolle daran.
German Angst.
Den Schlagzeilen aus ausgewählten Google News-Ressorts vom 26. Juli 2011 (Stand 10:03) entlehnt.
Berlin:
Brennen wirklich immer noch Autos in Berlin?
Gibt es wirklich noch keine permanente Videoüberwachung?
Fühlt sich Elke Winkens denn auch wirklich wohl in Berlin?
Wie teuer wird die Trennung von Beeck für Union wirklich?
Kommt denn die Tour de France jetzt wirklich nach Berlin?
Wirtschaft:
Tritt Ackermann wirklich ab?
Und schafft die Deutsche Bank ihr Rekordziel für 2011 wirklich nicht?
Dämpft die Griechenland-Krise wirklich die Kauflaune der Verbraucher?
Fährt die Deutsche Bahn etwa wirklich noch nicht mit Ökostrom?
Muss Melody Harris-Jensbach wirklich ihren Sitz bei Puma räumen?
Stuft Moodys wirklich Griechenland schon wieder runter?
Deutschland:
Zweifelt Oettinger wirklich am Solarstrom?
Baut München wirklich eine dritte Startbahn?
Kostet der Polizeieinsatz für die Facebook-Party wirklich 115.000€?
Ist die Wandelhalle wirklich gesperrt?
Wann kommt der digitale Angriff wirklich?
Kehren die S21-Gegner wirklich wieder an den Runden Tisch zurück?
Unterhaltung:
War das wirklich ein guter Start für Dalli-Dalli?
Fand Mariah Carey ihre Schwangerschaft wirklich sehr schwierig?
Gab es wirklich Buhrufe beim Tannhäuser?
Will Arnold Schwarzenegger jetzt wirklich Unterhalt zahlen?
Kann man wirklich Kate Middletons alten Golf bei ebay ersteigern?
Gesundheit:
Sind Frauen wirklich länger und öfter krank als Männer?
Wird frau wirklich schlank vom stillen?
Ist die Sonnencreme wirklich noch nicht zu Ende erfunden?
Sport:
Was ist wirklich mit Britta Steffen los?
Was denkt Poldi wirklich?
Ist Theo Zwanziger wirklich sauer auf Karl-Heinz Rummenigge?
Singt van Bommel wirklich ein Loblied auf Schweinsteiger?
Zwischenruf
Komplett übernommen von hier.
“Unsere Antwort wird mehr Offenheit und mehr Demokratie sein. Wir lassen uns unsere offene Gesellschaft nicht kaputt machen.”
Jens Stoltenberg, norwegischer Ministerpräsident.
Noch immer stehen wir unter dem Eindruck der schrecklichen Ereignisse, die sich am Freitag in Oslo und auf Utøya ereignet haben. Mindestens 76 Menschen haben ihr Leben verloren, viele werden noch vermisst. 68 von ihnen waren Mitglieder der sozialdemokratischen, norwegischen Jugendorganisation AUF.
Ermordet und gezielt hingerichtet von einem ideologisch verblendeten Wahnsinnigen.
Die kruden Thesen des Anders Behring Breivik sind keine Meinung eines Einzelnen, sondern Common Sense in einer sich vor allem im Netz organisierenden Minderheit. In zahlreichen Foren, auf Blogs und Boards treffen sich Menschen, die sich in einer gefährlichen Mischung aus Verschwörungstheorien, christlichen Fundamentalismus, Islamophobie und rassistischer Gesinnung ein eigenes Weltbild zeichnen, das in seiner radikalsten Form zu dieser Wahnsinnstat geführt hat.
Aber auch im gesellschaftlichen Mainstream finden sich Seitenarme dieser Ideologien, die bis in die Tiefen unserer Gesellschaft greifen:
Sarrazins Bestseller „Deutschland schafft sich ab“ trägt im Titel, was Breivik in seinem 1516-seitigen Manifest des Wahnsinns extremistisch untermauert. Was bei Sarrazin unter den Labels „Das wird man doch noch sagen dürfen!?“ und „Endlich sagt es mal einer!“ verkauft wurde, trägt auch einen Teil Breivik in sich und Breivik ein Teil von dem.
Nicht nur der feige Mordanschlag Breiviks, sondern auch diese menschenverachtenden Theorien sind direkte Angriffe auf die Idee eines geeinten, friedlichen Europas, auf offene Gesellschaften und auf Wertegemeinschaften, die sich aus Toleranz und Freiheit errichten.
Sie sind auch ein direkter Angriff auf Grundpfeiler der sozialdemo-kratischen Europapolitik. Sie stehen gegen alles, worauf Sozialdemo-kraten wie Willy Brandt, Olof Palme und Bruno Kreisky ihre Visionen für ein geeintes Europa begründeten.
Auch deshalb wurden diese unschuldigen jungen Menschen zum Ziel dieses Irren.
Unsere Antwort darf nicht Angst heißen. Unsere Antwort muss Mut bedeuten. Wir müssen uns offen gegen die wenden, die ihr eigenes Leben über das anderer stellen. Wir müssen dafür werben, dass die Interpretation der europäischen Idee, nicht nur den Buchhaltern überlassen wird. Wir müssen die Vision von Europa mit Leben füllen, wir müssen Europa leben. Wir müssen Europa begreifen, als mehr als einen Staatenbund, der nur aufgrund von Marktverpflichtungen miteinander kooperiert.
Europa ist muss die manifestierte Realität von Toleranz, Offenheit und Solidarität werden. Europa muss sich solidarisch mit den Verfolgten und Unterdrückten dieser Welt erklären und ihnen Zuflucht bieten. Europa muss den Pluralismus zum Wesen, ja zum Streben seiner Existenz erklären.
Europa ist nicht selbstverständlich, seine Ideen in unserer Gesellschaft noch nicht ausreichend gefestigt. Lasst uns aufstehen und dafür kämpfen! Wir dürfen nicht länger diejenigen in unserer Mitte dulden, die mit Angst und Terror versuchen, die Menschen zu verunsichern.
Für ein starkes, offenes, tolerantes und pluralistisches Europa!
In Gedenken an die 76 ermordeten Menschen.
Komplett übernommen von hier.
*In der ersten Version dieses Textes musste man noch von einer Opferzahl von 93 Menschen ausgehen. Die Polizei hat diese Zahl mittlerweile auf 76 Menschen korrigiert.
Wie mir Fleischwurst in Aspik einmal half, eine Schachmeisterschaft zu gewinnen.
Ihr habt euch wirklich dafür entschieden, hier ist der Text.
Ich spielte Schach, seit ich drei Jahre alt war. Mit fünf erreichte ich die leidlich gute Elo-Zahl von 1850 und setzte den Schatzmeister unseres Schachclubs in 9 Zügen matt. Das brachte mir einen Heidenrespekt im Vereinsheim ein, aber ich wusste, wenn ich gegen 17.00 Uhr nach Hause und ins Bett musste, lästerten die alten Herren hinter meinem Rücken. Als ich eingeschult wurde, durfte ich jedes Jahr in sozialistische Bruderstaaten reisen, um an den legendären „Schachmeisterschaften des Warschauer Paktes“ teilzunehmen. So besuchte ich schon in jungen Jahren die Sowjetunion, Kuba und den marxistischen Teil des Mondes. Ich spielte immer „Nato“ – das war das „Schwarz“ bei diesen Turnieren. Der Erstschlag, der Eröffnungszug lag mir nicht.
Ich lies die kleinen Toljas und Olgas und Chés und Kims lieber erst einmal kommen, um dann zurückzuschlagen. Meine Eröffnung war immer dieselbe und gipfelte immer in einer Rochade. Wenn ich das Standardprogramm abgespult hatte, konnte ich kreativ werden. Meist reichten zwei, drei Züge und meine weißen Gegner des „Paktes“ fragten kleinlaut nach Coca-Cola und Levis-Jeans. Natürlich konnte ich ihnen nichts dergleichen anreichen, war ich doch auch ein Kind des real existierenden Mangels, aber ich fühlte mich wie Colt Seavers im springenden Pick-Up. Mit acht Jahren setzte ich durch einen blöden Zufall Gorbatschow matt, was zu gesellschaftlichen Umbrüchen führte, die er bis heute für sich proklamiert. Mir soll das egal sein, aber manchmal sah ich mich als ein sozialistischer Forrest Gump. Zumindest fühlte ich mich rückwirkend so, als der Film in die Kinos kam. Aber wie jeder anständige Superheld hatte ich eine Achillesverse, ein Kryptonit, mein Lindenblatt: Es war meine schwer zu verbergende Leidenschaft für Fleischwurst in Aspik. Dabei ging es nicht um einfachen Genuss (möglichst direkt aus der Büchse gegabelt), sondern um beinahe religöse Rituale, die ich mit dieser Fleischwurst in Aspik vor dem Beginn einer Partie durchführte.
Es begann mit der Wahl der richtigen Marke. Ich hatte einmal einen tschechischen Brigadeleitersohn eines Wurst- und Verwurstkollektives aus Böhmen in vier Zügen geschlagen und bekam, quasi als Besänftigung und aus Angst vor meinen göttlichen Zorn, jeden Monat ein Paket mit 64 Fleischwurstdosen, randvoll gefüllt mit meinem Glücklichmacher.
Dann hatte ich noch eine Gabel, die Gabel, die einzige Gabel. Sie gehörte vormals Siegfried Seibt. Bevor er mir das Essinstrument in einer feierlichen Zeremonie überließ, war er DDR-weit bekannt als das Rumpelstilzchen aus „Spuk unterm Riesenrad“. Außerdem brauchte ich immer drei Kerzen und ein „Weltall, Erde, Mensch“-Lexikon. Warum, daran kann ich mich heute aber nicht mehr erinnern. Sei´s drum, nur mit diesen Insignien war es mir möglich, die Fleischwurst in Aspik zu verzehren und mich für die anstehende Partie zu stärken.
Bis zu jenem denkwürdigen Turniertag im polnischen Swiebodzin. Alles war vorbereitet, alles war bereit für das Fleischwurst Ritual. Nur nicht die Seibt-Gabel. Die Seibt-Gabel lag zu Hause in der elterlichen Küche und ließ Tränen über ihre Zinken kullern. So konnte ich unmöglich das Turnier spielen, ohne konnte ich unmöglich gewinnen. Ich wollte es auch nicht probieren, obwohl ich schon damals ahnte, dass dieses ganze Fleischwurst in Aspik-Zeugs grober Aberglaube ist, der nichts mit meinen tatsächlichen Qualitäten als Schachspieler zu tun hatten. Dennoch – es ging nicht.
Der veranstaltende Schachclub drängte zum Start, das Publikum forderte meinen Auftritt, Wolfgang Lippert kündigte mich permanent an, der „Kessel Buntes“ unterbrach seine Sendung. Ich musste das durchziehen. Ich musste spielen. Ich ging also ans Brett und setzte mich.
Aber: Ich schaffte es nicht.
Ich war ganz allein, auf dieser Seite der Welt. Niemand da, der mich rettete. Nur die ungeöffnete Büchse Fleischwurst in Aspik in der Hand. Mein Anker, mein Griff.
Ich drückte die Dose so fest, das sich der Aludeckel aufbog und ein bißchen Wurstwasser freigab, das nun zwischen meinen Fingern zu Boden tropfte. Mir wurde schwarz vor Augen und schwindlig. Da saß ich nun, das neunjährige Schachgenie, auf Wurstentzug und konnte diese kleine Turnier nicht spielen. Dieses läppische kleine Turnier in Swiebodzin.
So konnte ich nicht abtreten, ich musste etwas tun.
Ich stand auf, ging um meinen Stuhl und lief drei Schritte rückwärts. Meine Augen immer auf meinen 12jährigen Gegner Czesław gerichtet. Ich blieb stehen, fixierte das Brett und holte aus. Mit einem gekonnten Schwungwurf landete die Fleischwurst-Dose auf dem Brett, dass ein paar Figuren vom Brett flogen. Einer meiner Läufer traf Czesławs am Kopf. Nach einer kurzen Schockpause realisierten alle was gerade passiert war und Applaus brandete auf.
Etwas physikalisch völig unmögliches war geschehen, aber das schaut ihr euch am besten selbst an!
Sechs Aufgaben an eine sozialdemokratische Netzpolitik.
Drüben bei “Das ist sozialdemokratisch!” haben wir zur thematischen Fokussierung -klar- Themenwochen installiert. Dazu gibt es pro Woche immer ein bis zwei Beiträge, die den Nutzerinnen und Nutzern einen Impuls für ihre eigenen Ideen und Erwartungen liefern sollen.
Wir hatten schon Matthias Groote zur sozialdemokratischen Europapolitik, Valentina Kerst zur Wirtschaftspolitik, Björn Böhning zur Arbeit, Klaus Wowereit zur Kommunalpolitik und Karl Lauterbach zur Gesundheit.
Gestern ist die Themenwoche Netzpolitik gestartet. Mit einem Impulstext von Martin Oetting, Lars Klingbeil und mir.
Darin werden anhand von sechs Aufgaben Leitlinien einer echten sozialdemokratischen Netzpolitik formuliert. Große Aufgaben, mit nicht einfachen Lösungen und vor allem langen Wegen dorthin –
sowohl innerparteilich als auch gesellschaftspolitisch.
Hier könnt ihr euch das durchlesen und dort eure eigenen Ideen und Erwartungen an eine sozialdemokratische Netzpolitik formulieren.
Verstärkung gesucht!
Hallo Leute, eine Seite wie “Das ist sozialdemokratisch!” braucht ständige Pflege und Support. Für die Zukunft haben wir noch einiges vor. Vor allem geht es um technische Erweiterungen und neuen Ideen für die Seite.
Dazu brauchen wir dich!
Um Dennis zu entlasten, brauchen wir Unterstützung von dir.
Du kennst WordPress in- und auswendig?
Buddypress sagt dir auch etwas und du bist bereit dich da einzuarbeiten?
Du hast schon was vorzeigbares ins Netz gebracht und kannst uns das auch mal zeigen?
Du weißt, dass das eine absolut ehrenamtlich betriebene Seite ist, die nicht einen Cent Entlohnung abwirft, viel Arbeit bedeutet und trotzdem wichtig ist?
Du bist konzeptionell stark und kannst dir auch vorstellen, die Plattform mit weiter zu entwickeln?
Irre, dann gehörst du zu uns!
Da die Zeit ein wenig drängt, wäre es toll, wenn du dich bis Freitag, den 22.07. bei uns melden würdest.
Schicke dazu einfach eine Mail und eine kurze Vorstellung und Beispielen an: dasistsozi (at) gmail.com
Wir freuen uns auf dich!

